Elende Zustände in Libyen : In den Fängen der Schleuser

Italiens Innenminister behauptet, Migranten seien in Libyen gut aufgehoben. Die Zustände in den Flüchtlingslagern sind jedoch katastrophal. Und nun bringt ein neuer Konflikt die Flüchtlinge zusätzlich in Gefahr.
Der Chef der Regierung der Nationalen Übereinkunft in Tripolis, Fajez Sarradsch, hatte bei seinem überraschenden Kurzbesuch in Italien am Montagnachmittag erst gar keinen Umweg über Rom gemacht, sondern war direkt nach Mailand zum Treffen mit Innenminister Matteo Salvini gekommen. Sarradsch bat Salvini darum, die „entschlossene Unterstützung“ des Kampfes gegen den aufständischen General Khalifa Haftar fortzusetzen und zu intensivieren. Sarradsch bezeichnete das Gespräch mit Salvini als „sehr fruchtbar“. Der stellvertretende Ministerpräsident von der rechtsnationalistischen Lega versicherte seinerseits, Italien werde seine „zentrale Rolle als maßgeblicher Partner“ Libyens weiter „mit Freude ausfüllen“. In dem Gespräch ging es auch um den Fall des Rettungsschiffs „Sea-Watch 3“ sowie allgemein um die Migration in Nordafrika und über Routen im zentralen Mittelmeer. Das Schlauchboot, von dem die „Sea-Watch 3“ am 12. Juni die 53 Migranten aufgenommen hatte, war von der libyschen Küste aus in See gestochen.
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