In Frankfurt, der damals wohl intellektuell beweglichsten Stadt Deutschlands, fand Karl Heinz Bohrer sein Thema. Vom Literaturkritiker wurde er zum Literaturtheoretiker, dessen Überzeugung, Kunst und Leben seien unvereinbar, auch Konsequenzen für sein Leben haben musste.
Es gibt immer noch deutlich mehr Männer in Führungspositionen als Frauen. Warum? Da kann schon ein Blick in die Stellenanzeigen helfen – die verraten einiges über die Gründe für Geschlechterungleichheit am Arbeitsplatz.
Der Palast der Republik wurde abgerissen, weil er zu preußisch wirkte. Das Museum, das ihn ersetzt, braucht keine Exponate. Im Kultur-Schloss namens Humboldt Forum vollendet sich die Weltanschauung des deutschen Bürgertums.
Die neuen Virusvarianten sorgen für viele Fragen und einige Verwirrung. Wie sicher können sich Geimpfte fühlen? Können sie zu Überträgern werden? Mittlerweile gibt es viele Studien, die Auskunft liefern.
Einsichten ergeben sich nicht aus dem Aussehen: Um die falschen Prämissen der Identitätspolitik zu entkräften, sollten wir das epochenübergreifende Gespräch über die Möglichkeiten der Vernunft suchen.
Werden wir die Pandemie nutzen können, um eine Mobilitätswende einzuläuten? Eine Fraunhofer-Befragung spricht nicht dafür: Die Reisesehnsucht scheint größer als zuvor.
Die Gesellschaft für Analytische Philosophie veranstaltete einen Essaywettbewerb zur Pandemie. Im Vorwort berufen sich die Herausgeber auf Hegel. Wie sieht die Flugbahn einer analytischen Eule aus?
Jean-Paul Sartre würde heute wohl zu Hause bleiben: Existentialphilosophisch korrektes Reisen war kaum je so schwierig wie im Zeitalter von Flugscham und Instagram.
Darf eine Autorin mit ihren Figuren Katz und Maus spielen? Zum zweiten Mal löst die Erzählung „Cat Person“ von Kristen Roupenian eine Debatte über das Verhältnis von biographischen Fakten und literarischer Fiktion aus.
Wer von Diversität spricht, meint nicht immer dasselbe. Dass das, was gemeint ist, auch von der politischen Einstellung abhängt, behaupten nun amerikanische Psychologen.
Eine gezielte Philologie kann sogar dem Ex-Präsidenten Donald Trump den Ton abdrehen: Der amerikanische Literaturwissenschaftler Stephen Greenblatt und der britische Autor Carey Harrison sprechen über Shakespeares Tyrannen.
Nicht auf die Melodie oder den Text kommt es an, sondern nur auf das Ereignis der Schwingung. Wie der Glockenschall kann der Muezzinruf nicht auf eine objektive religiöse Bedeutung festgelegt werden.
Offenbar bestimmt auch der Freundeskreis, wie politisch man ist. Denn Gleichgesinnte sind lieber unter sich und können sie es nicht sein, dämpft das durchaus die Bereitschaft zur Gesinnung.
Seit nicht weniger als fünfzig Jahren publiziert sie vor allem zu Platon und Aristoteles. Erst im Vorjahr hat sie eine wahre Herkulesaufgabe bewältigt. Jetzt wird Dorothea Frede achtzig.
Lehrerempfehlung versus Elternwille: Neues zum ewigen Streit darüber, wer oder was darüber entscheidet, welcher Schüler aufs Gymnasium gehen darf und wer nicht.
Sich für Natur zu interessieren ist unnatürlich, aber mit Raten und Testen verwirklicht sich dabei die menschliche Vernunft: Zum Siebzigsten der Wissenschaftshistorikerin Lorraine Daston.
Der Antisemitismus wurde ihm allmählich zum Lebensthema: Wolfgang Benz verkörpert den Wandel des deutschen Geschichtsbewusstseins. Zum achtzigsten Geburtstag des ungeheuer produktiven Historikers.
Monika Maron zitiert in ihrem Roman „Artur Lanz“ den „Untergang des Abendlandes“ von Oswald Spengler. In den Kritiken wurde der Verweis politisch interpretiert. Er wirft aber auch literaturtheoretische Fragen auf.
Gleichheitsideale in Fragen der Verteilung der Hausarbeit erscheinen offenbar auch Frauen nur bedingt praxistauglich. Es dominiert der Pragmatismus. Der eine macht eben das, was er besser kann.
Systemische Aufstellungen mit menschlichen Stellvertretern sollen helfen, Probleme zu lösen – in der Familie, im Beruf oder im Körper. Auch in der Wissenschaft wird aufgestellt. Um Wahrheit geht es dabei allerdings nicht.
Warum sind manche Wissenschaftler prominenter als andere? Eine Studie zeigt, das wissenschaftliche Berühmtheit häufig nicht allein auf aktuellen Leistungen beruht. Aber worauf dann?
Die historische Wahrheit wird unter Xi Jinping wieder instrumentell verstanden. Was nicht ins Bild passt wird zensiert oder für den Zugriff gesperrt: Der Freiburger Sinologe Daniel Leese berichtet über die Archivforschung in China.
Gibt es eine neue Mittelklasse in unserer Gesellschaft? Ein deutscher Soziologe wirft seinen Kollegen vor, die Augen vor den Realitäten der Gegenwartsgesellschaft zu verschließen.