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Jeden Monat aktuell : Krimi-Bestenliste

Für die Sonntagszeitung und den Sender Deutschlandradio Kultur wählt eine Experten-Jury an jedem ersten Sonntag im Monat die besten Kriminalromane und Thriller aus – ein repräsentativer Überblick.
Warum grüßt in Bernhard Schlinks „Der Sommer auf der Insel“ der Fährschiff-Kapitän mit „Moin Moin“ und der Sandburgenbau geht in Doktorspiele über?

Neues von Bernhard Schlink : Spannung, durch Kitsch ruiniert

Bernhard Schlink, am Krimi geschulter Bestellerautor, hat einen Erzählband über „Abschiedsfarben“ geschrieben. Aber so zuverlässig er Spannung aufbaut, so zuverlässig zerstört er sie wieder.
Er war ein Rettungsanker für Frauen im GULag: Boris Pasternak (1890 bis 1960), hier mit seiner Geliebten Olga Iwinskaja und deren Tochter Irina Jemeljanowa. Den Lagererfahrungen der beiden widmet Monika Zgustova ein eigenes Kapitel.

Frauenstimmen aus dem GULag : Schlafen mit offenen Augen

Höllische Schule des Überlebens: Monika Zgustova sprach mit Frauen, die als politische Häftlinge in sowjetische Straflager kamen. Fast alle bezeugen, Bücher, Poesie und Schönheit hätten sie gerettet.

Literatur-Newsletter : Die wichtigsten Bücher der Woche

Sie interessieren sich für Literatur? Im F.A.Z.-Newsletter bekommen Sie immer freitags einen Überblick der wichtigsten Buchneuerscheinungen aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Reise, Sachbuch und Belletristik.

„Katzensprung“ von Uwe Preuss : Alles Überflüssige raus!

In seinem ersten Buch, einer Autobiographie, unternimmt der Schauspieler Uwe Preuss ein erzählerisches Experiment: Knappe Sätze, keine Psychologie. Das gelingt über weite Strecken überraschend gut.

Baltikum-Bildband : Im Park am Rande der Ostsee

Ein Dreivierteljahrtausend lang hat es deutsches Leben im Baltikum gegeben. Zahlreiche Herrenhäuser zeugen noch heute davon. Agnese Bergholde-Wolf gibt eine kleine, bildreiche Einführung in deren Welt.
Welche Relevanz hat ein fehlendes p in Cappuccino oder ein falsch gesetztes Anführungszeichen?

Korrekturlesen als Fetisch : „Ich bin die Pest“

Von gefühlten Teigtaschen, Capuccinos und unnötigen Anführungszeichen: Eine Lektorin erzählt vom Zwang, alles überall Korrektur zu lesen.
Stuart Halls Autobiographie beschreibt den Einfluss seiner Jugend auf seine Theorien.

Stuart Hall und der Rassismus : Keine Identität ist garantiert

Stuart Hall, der Mitbegründer der „Cultural Studies“, ließ seine Lebensgeschichte in seine Theorien einfließen. Seine Autobiographie ist jetzt ein Wegweiser in den aktuellen Debatten über Rassismus.
Durchaus noch idyllisch, auch wenn die Stimmung schnell umschlagen kann: Neu Meteln.

Bei der Bachmannpreisträgerin : Hinter der Kornkante

Besuch in einem mecklenburgischen Dorf, das bei Christa Wolf und Sarah Kirsch Literaturgeschichte schrieb. Die Bachmannpreisträgerin Helga Schubert lebt dort und erinnert sich an ein halbgebildetes Kleinbürgermilieu der DDR.
Die Autorin Phyllis Dorothy James wäre heute hundert Jahre alt geworden.

Hundert Jahre P. D. James : Durch nichts zu schockieren

P. D. James war die Literatin unter den großen britischen Kriminalautorinnen, mit einzigartigem Blick für menschliches Unglück und menschliche Schuld. Warum man dieser Autorin treu bleibt und gerne fünftausend Seiten von ihr liest – eine Hommage zum hundertsten Geburtstag.
Tilman Jens (1954 bis 2020)

Streitbarer Publizist : Tilman Jens ist tot

Er war Journalist und Buchautor, für das Fernsehen drehte er mehr als hundert Features zu unterschiedlichsten Themen, meist kritisch und mit Wucht. Jetzt ist Tilman Jens im Alter von 65 Jahren gestorben.
Jussi Adler-Olsen auf der Frankfurter Buchmesse 2018

Jussi Adler-Olsen wird siebzig : Schreiben mit Gewinn

Auf Umwegen fand er zum Schreiben, inzwischen hat Jussi Adler-Olsen allein in Deutschland fast zehn Millionen Bücher verkauft. An diesem Sonntag wird der hochintelligente Menschenfänger siebzig Jahre alt.

Frankfurter Anthologie : Elke Erb: „Seltsam“

In diesem Gedicht führt Büchnerpreisgewinnerin Elke Erb vor, was man unter ernsthaft komischer Lyrik verstehen könnte. Es wird viel darin gelacht – aber warum?
Kyrie McCauley: „You are (not) safe here“. Roman. Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn. dtv, München 2020. 400 S., br., 14,95 €. Ab 14 J.

Jugendroman von Kyrie McCauley : Da ist kein Schutz

Kyrie McCauley war selbst nicht klar, was in ihrer Familie los ist. Aber dann hat sie es gemacht wie die Erzählerin in ihrem Jugendroman „You are (not) safe here“: Sie hat lange mit sich gerungen und dann die Sprache gefunden.
Karl Hofer: Selbstbildnis mit Dämonen (1922/23)

Pechmanns „Die zehnte Muse“ : Die Seitenwunde des Seins

Mehr als Vintage: Alexander Pechmanns Roman „Die zehnte Muse“ wirkt wie aus der Zeit gefallen und das nicht nur, weil er 1905 spielt. Seine raffinierte Künstlernovelle lässt den literarischen Impressionismus auferstehen.