Die Lüge vom friedliebenden Russland
Das Russische Museum in Sankt Petersburg zeigt Bilder von Eroberungskriegen. Gleichzeitig tut Putins Propaganda so, als hätte Russland niemals andere Länder angegriffen.
Das Russische Museum in Sankt Petersburg zeigt Bilder von Eroberungskriegen. Gleichzeitig tut Putins Propaganda so, als hätte Russland niemals andere Länder angegriffen.
Grob irreführender Titel, substanzreicher Inhalt. Die koloniale Geschichte der Regionen, aus denen nach dem Zweiten Weltkrieg Nordrhein-Westfalen wurde.
Hegel ordnete den Kolonialismus in den Zusammenhang der Weltgeschichte ein und unterschätzte das Zukunftspotential von Kapitalismus und Rassismus.
Der deutsche Umgang mit dem kolonialen Erbe ist exemplarisch, was Ehrlichkeit und Selbstreflexion angeht. Aber was tut Deutschland gegen neokoloniale Verhältnisse im Europa von heute? Etwa auf dem Balkan? Ein Gastbeitrag.
Der deutsche Historismus war kein Kernelement des kolonialen Projekts. Robert Heinze verwirrt in seiner Replik auf Egon Flaig die Begriffe und verfehlt das Ziel. Ein Gastbeitrag.
Kolonialmächte nutzten botanische Gärten, um ihre Einflusssphären zu festigen. Hier wurden Pflanzen zu Handelsprodukten. Heute lassen sich die Tropengärten als wichtige Kapitel der Umweltgeschichte lesen.
In seiner Annexionsrede wirft Putin dem Westen Kolonialismus vor. Den praktiziert er in der Ukraine aber selbst. Und die Werte der Freiheit verteidigt nicht er.
Der Historiker David Van Reybrouck hat ein Buch über die Kolonialgeschichte Indonesiens geschrieben. Im Interview erklärt er, warum sie uns alle angehen sollte und warum wir dringend über den Kolonialismus von heute und morgen nachdenken müssen.
Der Kolonialismus ist inzwischen kein territoriales Unternehmen mehr, sondern ein zeitliches. Und er verpflichtet uns dazu, besondere Verantwortung für Artensterben und Klimawandel zu übernehmen. Ein Gastbeitrag.
Indigene in Nord- und Südamerika fordern eine Aufhebung der päpstlichen „Entdeckungsdoktrin“ aus dem 15. Jahrhundert. Der Heilige Stuhl vertröstet sie mit der Ausarbeitung einer neuen Erklärung.
1914 wurde der Kameruner Stammeskönig Rudolf Duala Manga Bell hingerichtet. Die Deutschen wollten so den antikolonialen Widerstand brechen. Jetzt diskutieren deutsche Politiker über die Rehabilitierung von Manga Bell.
1897 erbeuteten Briten die Skulpturen in Nigeria und verkauften sie an Museen. Deutschland gibt nun die ersten zwei Exemplare zurück. Ein Teil der über 500 Objekte zählenden Sammlung soll aber als Leihgabe in Deutschland bleiben.
Lange standen sie als Raubgut in deutschen Museen – nun sollen viele der aus Nigeria stammenden Benin-Bronzen zurückgegeben werden. Manche der Kunstwerke könnten aber auch als Leihgaben in Deutschland bleiben.
Nathan Sznaider sichtet die Positionen im Streit um das Verhältnis von Holocaust und Kolonialismus.
Der Mythos vom „gerechten Krieg“ ist nicht zu halten: Die Niederlande arbeiten Kriegsverbrechen in der ehemaligen Kolonie Indonesien auf. Ein Gastbeitrag.
Ein Laienvertreter der Anglikanischen Gemeinschaft hat einen Bischof mit der Bemerkung zitiert, die Briten sollten aufhören, sich für den Kolonialismus zu entschuldigen. Der Erzbischof von Canterbury sekundiert. Das hat Folgen.
Kulturbotschafterin, Kämpferin für kritische Erinnerungskultur und jetzt auch Trägerin der Goethe-Medaille: Prinzessin Marilyn Douala Manga Bell – Urenkelin von Rudolf Duala Manga Bell, König des Duala-Volkes und berühmter Widerstandskämpfer Kameruns.
Bernhard Maier gelingt eine Geschichte der christlicher Mission, die der Diskussion über deren Zusammenhang mit Kolonialismus eine sachliche Basis gibt. Neue Missionen werden aber nicht einbezogen.
Die Eroberer wollten die Einheimischen erschrecken und blieben unverständlich: Der deutsche Kolonialismus in Ostafrika bildet den Hintergrund von zwei Romanen des diesjährigen Nobelpreisträgers Abdulrazak Gurnah.
Historiker streiten über etwaige Bezüge zwischen Kolonialismus und Holocaust. Hat es literarische Fiktion da einfacher? Ein Besuch im Schloss Miramare bei Triest, dem Schauplatz von Claudio Magris’ jüngstem Roman, hält interessante Lehren parat.
Die beiden letzten Tiere leben in einem Reservat in Kenia. Dort stehen sie unter strenger Bewachung – und werden regelmäßig von Tierärzten besucht, die diesen Pflanzenfressern zu Nachwuchs verhelfen möchten.
Wie sollte nach dem Verhältnis zwischen nationalsozialistischer und kolonialer Herrschaft gefragt werden? Wissenschaftlich ist es völlig abwegig, den historischen Vergleich als Methode zu tabuisieren.
Welches Verhältnis hatte Jane Austen zum Kolonialismus? Das Jane-Austen-Museum erweitert seine Ausstellung um Hinweise zum Sklavenhandel. Eine Literaturwissenschaftlerin analysiert die politische Einstellung der Familie ganz genau.
Das Linden-Museum in Stuttgart thematisiert seine und Württembergs Rolle im Kolonialismus. Ist er abgeschlossen, oder wirkt er fort? Die selbstkritische Schau provoziert mit teils schrillen Mitteln das Publikum zum Mitdenken.
Hat der Westen das imperialistische Denken von Homer und Platon geerbt? Warum die Debatte über koloniale Schuld gerade die Altertumswissenschaft spaltet.
In der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile ist es am Montag zu schweren Krawallen gekommen. Viele Demonstranten - unter ihnen viele Angehörige der indigenen Mapuche - warfen Steine auf die Polizisten, die setzten Wasserwerfer und Tränengas ein.
Zuletzt muss die Neurowissenschaft herhalten: Klaus Theweleit vollendet sein ambitioniertes „Pocahontas“-Projekt zum Kolonialismus, formuliert dabei aber eine windige Großthese.
Das Historische Museum Frankfurt und die Bildungsstätte Anne Frank nehmen gemeinsam Kolonialismus und Rassismus in den Blick. Deutlich wird, wie sich Sichtweisen je nach biographischer Erfahrung unterscheiden.
Kennt der Kellner die Debatte über kulturelle Aneignung nicht?
Im Afrika-Museum in Tervuren kreuzen sich Debatten um Rassismus, Kolonialismus und die Rückgabe von Raubkunst. Das ist kein Nachteil, sondern eine Chance.
Die historische Forschung hat sich von der Vorstellung verabschiedet, dass der koloniale Staat ein totalitäres Regime gewesen sei. In den postkolonialen Studien kehren die Träume der Kolonialherren von absoluter Macht zurück.
In einer Buchhandlung in Paris stellt Leïla Slimani den ersten Teil einer Romantrilogie vor: Die Geschichte einer französisch-marokkanischen Familie erzählt von Kolonisatoren und Kolonisierten. Man darf sich darauf freuen.
Wenn das Berliner Schloss zum Schauplatz der Erinnerung an die deutsche Aggression in den Kolonien wird, sollte dort auch an die Zerschlagung Polens durch die Nationalsozialisten erinnert werden. Ein Gastbeitrag.
Norbert Elias, Pierre Bourdieu, Georges Balandier: Im Zeitalter der Dekolonialisierung war die „koloniale“ Soziologie Avantgarde ihres Faches.
Deutschland und Europa müssen sich ihrer Kolonialgeschichte stellen. Eine Rückgabe der Kulturgüter ist erst der Anfang. Ein Gastbeitrag.
Die Hansestadt hatte in der Geschichte des deutschen Kolonialismus eine besondere Rolle. Und spielt sie nun auch bei der Aufarbeitung.