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Kolonialismus und Raubkunst : Eine Lücke in unserem Gedächtnis

  • -Aktualisiert am

Die namibische Politikerin Katrin Hanse-Himarwa (l.) neben Staatsministerin Müntefering bei einer Trauerfeier vor der Rückführung der sterblichen Überreste von Nama und Herero Ende August in Berlin Bild: EPA

Deutschland und Europa müssen sich ihrer Kolonialgeschichte stellen. Eine Rückgabe der Kulturgüter ist erst der Anfang. Ein Gastbeitrag.

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          Über viele Jahrzehnte war die Kolonialgeschichte in Europa ein blinder Fleck in der Erinnerungskultur. Viel zu lange wurde das während dieser Zeit geschehene Unrecht vergessen und verdrängt. Nun rückt das Thema ins Licht der Öffentlichkeit – das begrüßen wir sehr. In Deutschland wird im Zusammenhang mit dem Humboldt-Forum seit einiger Zeit lebhaft und kontrovers über den kulturpolitischen Umgang mit der kolonialen Vergangenheit diskutiert. Zur Zuspitzung dieser Debatte hat auch die Rede beigetragen, die der französische Präsident Emanuel Macron 2017 in Burkina Faso gehalten hat und die in die kürzlich in Paris veröffentlichten Empfehlungen von Bénédicte Savoy und Felwine Sarr mündete.

          Diese Debatte wird auch in Deutschland in Politik, Gesellschaft und den Kultureinrichtungen geführt und zwingt dazu, unbequeme Fragen zu stellen und zu beantworten. Wie können es Museen und Sammlungen rechtfertigen, Objekte aus kolonialen Kontexten in ihren Sammlungen zu haben, deren Verbringung nach Deutschland unserem heutigen Wertesystem widerspricht? Was sagt es über uns aus, wenn zuweilen pauschal unterstellt wird, Kulturgüter würden in ihren Herkunftsländern nicht den Schutz erfahren, der ihnen gebührt? Wir meinen: Es gilt aus der Falle einer eurozentrischen Perspektive herauszukommen.

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