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Deutscher Kolonialismus : Gewalt ohne Grund

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Pünktlichkeit, eisernes Pflichtbewusstsein: Diese Fotografie zeigt das Verladen von Briefbeuteln der deutsch-ostafrikanischen Post in Dar es Salaam 1899 und suggeriert, dass es in deutschen Diensten auch Hilfspostboten zu etwas bringen konnten. Mit der Entkolonialisierung endete Europas Herrschaft über den Schriftverkehr. Bild: Deutsches Postmuseum

Die Eroberer wollten die Einheimischen erschrecken und blieben unverständlich: Der deutsche Kolonialismus in Ostafrika bildet den Hintergrund von zwei Romanen des diesjährigen Nobelpreisträgers Abdulrazak Gurnah.

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          Als Abdulrazak Gurnah der diesjährige Nobelpreis für Literatur zugesprochen wurde, würdigte die Jury seine „kompromisslose und einfühlsame Durchdringung der Auswirkungen des Kolonialismus“. Seinen Stoff findet Gurnah auch in der Geschichte der größten deutschen Kolonie Deutsch-Ostafrika – sie umfasste das heutige Tansania, Burundi und Ruanda. Diese Geschichte ist inzwischen gut erforscht, steht aber im öffentlichen Interesse hinter dem Völkermord an den Herero und Nama sowie der Frage von Kontinuitäten zum Nationalsozialismus zurück.

          Deutsch-Ostafrika ist insbesondere in zwei Romanen Gurnahs Thema: dem frühen „Paradise“ (1994, deutsche Übersetzung unter dem Titel „Das verlorene Paradies“ 1996 bei Krüger, vergriffen) und dem jüngsten „Afterlives“ (2020). Die koloniale Gewalt steht bei Gurnah nicht im Vordergrund, ist aber immer da. „Merciless“, „viciousness“ und „ferocity“ sind die Begriffe, die von Gurnahs Figuren immer wieder mit den Mdachi, den Deutschen, sowie ihren afrikanischen Soldaten, den Askari, in Verbindung gebracht werden.

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