Türkische Truppen in Syrien : Ein Feldzug allein genügt nicht

Die langfristigen politischen Erfolgsaussichten der „Operation Olivenzweig“ sind in Syrien schlecht. Es dürfte den Türken schwerfallen, in Afrin durchsetzungsstarke Statthalter zu installieren. Die Kurden werden ihre Selbständigkeit verteidigen.
Als die Kurden in Syrien ihren größten Erfolg auf dem Schlachtfeld errangen, fiel kein einziger Schuss. Im Sommer 2012 zog sich das von vielen Seiten bedrängte Regime des syrischen Diktators Baschar al Assad aus den drei mehrheitlich von Kurden besiedelten Gebieten im Norden Syriens zurück. Der Abzug verlief derart reibungslos, dass im längst brodelnden Bürgerkriegsstaat sofort der Verdacht aufkam, es müsse eine Abmachung zwischen dem Regime und den Kurden gegeben haben. Erhärtet wurde dieser Verdacht durch den Umstand, dass der Abzug der Regierungstruppen nicht vollständig war. In Qamischli im Nordosten des Landes, der größten syrischen Stadt mit kurdischer Bevölkerungsmehrheit, behielt Damaskus entscheidende Objekte unter Kontrolle: den Flugplatz, einige Amtsgebäude, zwei zentrale Stadtviertel und ein Militärlager. Die Kurden haben diese Regierungsstützpunkte mitten in ihrem Gebiet nie angegriffen.





