Reformationsjubiläum 2017 : Vom Helden zur Null?

Die Fünfhundertjahrfeier der Entdeckung Amerikas im Jahr 1992 wurde jenseits des Atlantiks ein Reinfall. Ob es hierzulande mit der Fünfhundertjahrfeier der Reformation im Jahr 2017 wohl ein besseres Ende nimmt?
Am 31. Oktober 2017 jährt sich zum fünfhundertsten Mal der Tag, der als Beginn der Reformation angesehen wird. Wie ist ein solcher Jahrestag zu gestalten? Diese Frage ist nicht neu. Ein knappes Jahr vor dem Reformationsjubiläum des Jahres 1817 schrieb Johann Wolfgang von Goethe in einem Brief, „dieses Fest wäre so zu begehen, dass es jeder wohldenkende Katholik mitfeierte“. In einer Notiz „Zum Reformationsfest“ führte Goethe diesen Gedanken ein Jahr später weiter aus. Es gelte, so schrieb er, die Erinnerung an den Beginn der Reformation und an die Völkerschlacht bei Leipzig gemeinsam zu begehen, und zwar als „ein Fest der reinsten Humanität“. Wenn alle gemeinsam zur Kirche zögen, frage niemand mehr nach der Konfession. Er kenne keinen protestantischen Staat, so Goethe, in welchem nicht eine bedeutende Zahl von Katholiken lebe. Feierten die Protestanten allein, würden die Katholiken sich „in ihre Häuser verschließen“, so wie „umgekehrt in katholischen Staaten der geringern Anzahl von Protestanten nur in aller Stille ihr Fest zu feiern vergönnt sein würde“.





