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Fragen und Antworten : Alles über die Wahl in Niedersachsen

Ein Radfahrer fährt Ende August in Niedersachsen an Wahlplakaten vorbei Bild: dpa

Die Niedersachsen wählen ihren Landtag. Wer sind die Spitzenkandidaten? Welche Koalitionen könnte es geben? Und warum gucken SPD und Grüne bang auf die FDP? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

          4 Min.

          Etwa sechs Millionen Bürger sind in Niedersachsen zur Wahl aufgerufen. Regulär zählt der Landtag in Hannover 135 Sitze. Insgesamt treten 14 Parteien zur Wahl an.

          Wer sind die Spitzenkandidaten?

          Tobias Schrörs
          Politikredakteur.

          In Niedersachsen will Stephan Weil (SPD) an diesem Sonntag sein Amt verteidigen und zum dritten Mal Ministerpräsident werden. Der 63 Jahre alte Sozialdemokrat arbeitete vor seiner politischen Laufbahn als Richter und Staatsanwalt, später wurde er Kämmerer und Oberbürgermeister von Hannover. Weil regiert seit zehn Jahren in Niedersachsen, erst in einer rot-grünen Koalition und seit 2017 mit der CDU. Auf Plakaten warb Weil mit ernster Miene und dem Satz „Verantwortung in schwierigen Zeiten“ für sich und seine Partei. Weil gilt als unaufgeregter Politiker, der gut mit den Leuten umgehen kann. Er steht für einen pragmatischen Politikstil. Weil ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn.

          Herausgefordert wird Weil vom CDU-Landesvorsitzenden Bernd Althusmann, der Verkehrs- und Wirtschaftsminister sowie stellvertretender Ministerpräsident ist. Von 2010 bis 2013 war Althusmann Kultusminister, anschließend arbeitete er mehrere Jahre lang im Ausland. Althusmann stammt aus Oldenburg und war früher Bundeswehroffizier. Der 55 Jahre alte Politiker ist verheiratet und lebt in einer größeren Patchworkfamilie mit fünf Kindern. Sollte seine Partei die Wahl verlieren, steht ein Generationswechsel in der niedersächsischen CDU an.

          Was sagen die Umfragen?

          Bisher stehen die Zeichen auf Rot-Grün. Nach den jüngsten Umfragen hätte ein Bündnis aus SPD und Grünen, das Stephan Weil sich wünscht, eine Mehrheit im Landtag. Gleichwohl muss die SPD mit Verlusten im Vergleich zur Landtagswahl 2017 rechnen, ebenso wie die CDU, die Umfragen zufolge hinter der SPD liegt.

          Sollte die CDU viele Wähler in ihren ländlichen Hochburgen an die Urnen bringen und der Frust AfD-Sympathisanten in den Städten mobilisieren, könnte es für die SPD noch eng werden. Die AfD kann, obwohl sie lange innerlich zerstritten war, nach ihrer erster Legislaturperiode im Landtag auf ein zweistelliges Ergebnis hoffen. Einen Zuwachs verheißen die Demoskopen ebenso den Grünen, die drittstärkste Kraft werden dürften.

          Die FDP indes muss um den Wiedereinzug in den Landtag zittern. In fünf Jahren Opposition gegen eine skandalfrei agierende Große Koalition aus SPD und CDU konnte die FDP selten punkten. Die Lage der Freidemokraten im Bund erschwerte dem FDP-Spitzenkandidaten Stefan Birkner den Wahlkampf. Die Linkspartei, die es schon bei der vergangenen Wahl nicht in den Landtag schaffte, könnte abermals an der Fünfprozenthürde scheitern.

          Welche Rolle spielen die Grünen?

          Die Grünen hoffen nach ihren historischen Wahlsiegen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen auf ein ebenso gutes Ergebnis in Niedersachsen. Auch wenn sie in den vergangenen Wochen in Umfragen einige Prozentpunkte verloren haben, stehen sie gut da. Die grüne Spitzenkandidatin Julia Willie Hamburg ließ sich allerdings nicht als Kandidatin für das Ministerpräsidentenamt ausrufen.

          Die Grünen wären zufrieden, wenn sie der kleinere Koalitionspartner der SPD würden und wenn Spitzenkandidatin Hamburg stellvertretende Ministerpräsidentin würde. Hamburg ist 36 Jahre alt und führt seit zwei Jahren die Landtagsfraktion. Neben ihr tritt im Spitzenduo Christian Meyer an. Der 47 Jahre alte Politiker war von 2013 bis 2017 Landwirtschaftsminister.

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