Fragwürdige Begründung : Warum Deutschland einen Tschetschenen nach Russland ausliefern will

Russland erklärt einen Tschetschenen zum Terroristen, belegen sollen das fragwürdige Dokumente. Der Mann fürchtet Folter – Deutschland will ihn Moskau trotzdem übergeben. Warum nur?
In einer norddeutschen Jugendhaftanstalt wartet ein 19 Jahre alter Tschetschene auf die Auslieferung nach Russland. Voraussichtlich bald wird er ein Flugzeug besteigen, erst nach Moskau, wohin weiter, ist unklar. Dem jungen Mann, der hier Said Amijew heißen soll, wirft das Regime in seiner Heimat, der russischen Nordkaukasusrepublik Tschetschenien, einen „Terrorakt“ durch Online-Kommunikation aus Deutschland vor. Deutsche Ermittler prüften und fanden nichts Strafwürdiges. Doch das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht, das im vorigen Jahr mit Bedenken gegen eine Auslieferung des katalanischen Separatistenführers Carles Puigdemont nach Spanien Aufsehen erregt hatte, tut sich mit der Auslieferung nach Russland leichter. Auch die Bundesregierung spielt mit. Obwohl Deutschland in diesem Fall nicht zur Auslieferung verpflichtet ist und Zweifel daran bestehen, dass Amijew in einem anderen Teil Russlands der Prozess gemacht wird, wie Berlin fordert und Moskau zusichert.
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