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Syrien : General in Damaskus ermordet

  • Aktualisiert am

Ein Plakat von Syriens Präsident Assad ist in Homs unter Beschuss geraten Bild: REUTERS

In der syrischen Hauptstadt Damaskus ist am Samstag nach Berichten staatlicher Medien ein ranghoher General des Regimes ermordet worden. Bei Kämpfen in Homs und in der Nähe von Damaskus gab es wieder Dutzende Tote.

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          In Damaskus ist am Samstag nach Angaben staatlicher Medien ein syrischer General ermordet worden. Issa al-Chawli sei vor seinem Haus im Viertel Ruknaddin von drei Männern erschossen worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Sana. Nach Angaben von Sana lauerten drei Männer dem Brigadegeneral und Leiter eines Militärhospitals vor seinem Haus auf. Das syrische Staatsfernsehen zeigte die Bilder einer Leiche und berichtete, es handele sich um den getöteten General. Sollte sich die Nachricht bestätigen, wäre es einer der bisher gewagtesten Angriffe auf einen ranghohen Offizier in Damaskus gewesen.

          Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, im Viertel Baba Amr der seit Tagen vom Militär belagerten Rebellenhochburg Homs seien am Samstag vier Zivilisten getötet worden. Insgesamt gab es mindestens 40 Tote, davon die meisten in Homs. Wegen der Medienblockade ist eine unabhängige Überprüfung der Meldungen aus Syrien kaum möglich. Auch im benachbarten Libanon gab es lokalen Medien zufolge Ausschreitungen zwischen Anhängern und Gegnern Assads. Dabei seien zwei Menschen getötet worden.Weitere Todesopfer habe es in Daraa und Damaskus gegeben. Nahe der Hauptstadt Damaskus hätten sich Regierungstruppen Gefechte mit Deserteuren geliefert. Auch aus Al-Kusair an der syrisch-libanesischen Grenze wurden Kämpfe gemeldet.

          In der Wirtschaftsmetropole Aleppo, wo am Freitag bei zwei Anschlägen auf den Geheimdienst und die Sicherheitskräfte 28 Menschen getötet und 235 weitere verletzt worden waren, wurden am Samstag die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

          Während die Regierung „Terrorgruppen“ die Schuld gab, machte die oppositionelle Freie Syrische Armee die Regierung selbst für die Anschläge verantwortlich. Ahmed Ramadan, Mitglied im Exekutivkomitee des Syrischen Nationalrats, sagte am Samstag nach einem Treffen des Gremiums in Qatars Hauptstadt Doha, die arabischen Staaten hätten zugesichert, den Rat bald offiziell anzuerkennen. Allerdings werde dies nicht unbedingt bei dem Treffen der Arabischen Liga und des Golfkooperationsrats am Sonntag in Kairo passieren, auf dem über Möglichkeiten zu einer Beilegung der Krise in Syrien beraten werden soll.

          Ashton: Assad muss zurücktreten

          Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu, er wolle bei der UN eine neue Initiative für eine Hilfskampagne für die Opfer der Repression einbringen. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sagte der „Welt am Sonntag“, der syrische Präsident Baschar al Assad müsse zurücktreten. „Führung verlangt, dass man geht, wenn man das Problem und nicht die Lösung ist“, sagte Ashton.

          Der amerikanische Fernsehsender CNN berichtete am Freitagabend, Saudi-Arabien wolle der UN-Vollversammlung eine Syrien-Resolution vorlegen. Die Vollversammlung kann zwar offiziell Verurteilungen aussprechen, sie haben aber rein appellativen Charakter. Sanktionen kann nur der Sicherheitsrat beschließen. Das Gremium der 15 Staaten, darunter in diesem Jahr noch Deutschland, hatte sich aber nicht auf eine Resolution einigen können.

          Der saudische König Abdullah am Freitag in Riad

          Ein Entwurf, der keinerlei Strafmaßnahmen enthielt, war am vergangenen Samstag am Veto Russlands und Chinas gescheitert. Der dreiseitige saudische Entwurf verurteilt nach CNN-Angaben scharf die Verletzung von Menschenrechten durch das syrische Regime. In dem Papier sei die Rede von dem Einsatz von Gewalt gegen Zivilisten, willkürlichen Hinrichtungen sowie der Tötung und Verfolgung von Protestierenden. Der Sender erklärte, er habe den Text von einer diplomatischen Quelle erhalten.

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