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Obama in Berlin : Ein Amerikaner im Herzen Europas

Aufbruch am Abend: Gegen 22.00 Uhr hob die Präsidentenmaschine mit Obama, seiner Ehefrau Michelle und ihren beiden Töchtern vom Flughafen Tegel ab. Bild: dpa

Barack Obama hat Berlin zum ersten Mal als Präsident besucht. Im Bundeskanzleramt gab der Gast die Linie vor - und am Brandenburger Tor feierte er die Freiheit.

          Begonnen hatte Barack Obamas Tag in Berlin im Schloss Bellevue: Empfang durch den Bundespräsidenten. Joachim Gauck und der Staatsgast vermittelten den Eindruck raschen und persönlichen Einvernehmens. Gauck gehört zu jenen in Berlin, die das können. Menschenfischer unter sich? Nationalhymnen, Abschreiten der Ehrenformation, Eintrag ins Gästebuch des Bundespräsidialamtes. Sodann ein Gespräch. Schüler der John-F.-Kennedy-Schule in Berlin hatten gewinkt. Die beiden Staatsoberhäupter hatten gestrahlt.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

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          „Jeff“, hat Obama dem Journalisten bewundernd zugerufen, „dein Deutsch ist wirklich beeindruckend“. Ein einziges Mal sind sie locker gewesen. Ein einziges Mal haben sie in aller Öffentlichkeit versucht, in spontan wirkender Form zu lächeln - zu lachen gar. Oben im Kanzleramt, dort wo Angela Merkel mit ausländischen Besuchern vor den Journalisten aufzutreten pflegt. Jeff also, ein amerikanischer Journalist, formulierte seine Frage an die Bundeskanzlerin in tadellosem Deutsch. Der amerikanische Präsident, der von Jeff niemals mit Barack angesprochen würde, war beeindruckt. Die Leute lachten. Angela Merkel machte eine Bemerkung zu ihrem Gast. Obama gab sie wieder. Kanzlerin Merkel, sagte er, habe gesagt, Jeffs Deutsch sei „okay“ gewesen. Lachen nochmals, ein einziges Mal. Eher geschäftsmäßig ging es sonst zu. Doch machte die Szene im Kanzleramt noch etwas anderes deutlich. Obama war es, der das Heft des Handelns und Sprechens in der Hand hatte. Er antwortete, wenn Frau Merkel gefragt war. Er gab die Linien vor. Wenn Obama sagte, was er seiner Gastgeberin gesagt habe, war Klarheit geschaffen.

          Hinter Panzerglas: Barack Obama in Berlin Bilderstrecke

          Gegen elf Uhr an diesem heißen Berliner Frühlingstag - 35 Grad im Schatten wurden gemessen, was dem amerikanischen Präsidenten die Bemerkung „Ich bin durchaus beeindruckt von den hohen Temperaturen hier in Berlin“ entlockte - war Obama im Bundeskanzleramt eingetroffen. Gute eineinhalb Stunden sprachen sie im Kreis der Delegationen. Deutscherseits war Guido Westerwelle, der Außenminister dabei, ansonsten Botschafter und zuständige Fachbeamte der beiden Regierungschefs. Afghanistan, Syrien, die Pläne eines Freihandelsabkommens waren die Themen - neben den Bekundungen der deutsch-amerikanischen Freundschaft.

          Natürlich ging es um die Kontrollen des Internets und weiterer Kommunikationsformen durch amerikanische Sicherheitsbehörden. „Das Internet ist für uns alle Neuland, und es ermöglicht auch Feinden und Gegnern unserer demokratischen Grundordnung natürlich, mit völlig neuen Möglichkeiten und völlig neuen Herangehensweisen unsere Art zu leben in Gefahr zu bringen“, sagte Frau Merkel. Obama nickte. Ausführlich wurde darüber gesprochen, versicherten die beiden Regierungschefs, und ihre Bemerkungen ließen erkennen, dass das nicht nur einvernehmlich geschehen war. Sicherheit von Menschen und Staaten einerseits und andererseits Freiheit und Fernmeldegeheimnis waren die Antipoden dieses Teils des Gesprächs gewesen. Von einer erforderlichen „Verhältnismäßigkeit“ sprach Angela Merkel. Die Aspekte seien in eine Balance zu bringen. Obama nickte abermals. Er kannte die Kontroversen über das Vorgehen seiner Nachrichtendienste - bei sich daheim und auch in Europa. Angela Merkel habe ihre „eigenen Ansichten“, sagte Obama.

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