Flüchtlingsstrom aus Afrika : Von Asmara nach Lörrach

Das Dreiländereck im Süden Baden-Württembergs zieht immer mehr Migranten aus Afrika an. Warum ist gerade Weil am Rhein das gelobte Land für Flüchtlinge?
Der Betrieb im Polizeirevier in Weil am Rhein kommt regelmäßig zum Stillstand. Für den Nachtdienst sind meist eine Handvoll Polizisten in dem Revier in der badischen Kleinstadt an der Schweizer Grenze eingeteilt. Die haben mit Verkehrsunfällen und der Koordination der Einsätze der Streifenfahrzeuge eigentlich genug zu tun. Nachts melden sich bei den Polizisten aber an manchen Tagen bis zu 20 Flüchtlinge – hungrig, ohne warme Kleidung, oftmals ohne Gepäck. Viele haben einen Zettel mit der Anschrift der Dienststelle in der Hand oder mit ein paar Telefonnummern. Die nächste Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) ist in Karlsruhe, eine Dienststelle der Bundespolizei gibt es in der Grenzstadt mit 30.000 Einwohnern nicht mehr. Die Polizisten müssen dann Flüchtlingshelfer sein, für eine Unterkunft sorgen und in die Wege leiten, dass die Asylsuchenden am nächsten Morgen nach Karlsruhe geschickt werden. In manchen Fällen müssen die Polizisten auch die ärztliche Versorgung organisieren oder einen Dolmetscher herantelefonieren. Polizeiliche Aufgaben sind das eigentlich nicht.





