https://www.faz.net/-gpf-a4g3y
Bildbeschreibung einblenden

Uiguren in China : Wer betet, kommt ins Lager

Ein Muezzin ruft im Jahr 2015 in Kashgar zum Gebet. Bild: ADAM DEAN/The New York Times/Red

China tilgt in Xinjiang die Identität der Uiguren. Peking bestreitet das. Man dürfe gerne gucken kommen, sagte der Außenminister. Unsere Korrespondentin nahm ihn beim Wort – und wurde auf Schritt und Tritt behindert.

          12 Min.

          Wie ein Ausrufezeichen thront der vierstöckige Rohbau eines Einkaufszentrums über dem zentralen Platz von Kargilik. Ist das der Ort, an dem bis vor kurzem die Freitagsmoschee aus dem 16. Jahrhundert stand? „Weiß ich nicht“, sagt eine Händlerin, die direkt vor der Baustelle auf einem Schemel sitzt. Dann nickt sie vorsichtig und gibt einen Ton von sich. „Sch“, als wolle sie sagen, dass über dieses Thema Schweigen verordnet wurde.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Die Große Moschee von Kargilik war einmal das Wahrzeichen der Stadt. Freitags versammelten sich hier Tausende Gläubige zum Gebet. Im Jahr 2007 wurde sie unter Denkmalschutz gestellt. Vor gut einem Jahr wurde sie abgerissen. So wie Tausende andere religiöse Stätten in Chinas westlicher Region Xinjiang. Die Zerstörungswelle hat sogar einen Namen: Moschee-Verbesserungs-Programm. Es ist Teil einer staatlichen Kampagne zur Neudefinition dessen, was es heißt, Uigure zu sein.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Anis Mohamed Youssef Ferchichi, bekannt als Rapper Bushido, im Gerichtssaal im August.

          Bushido im Abou-Chaker-Prozess : „Ich habe meine Frau geschlagen“

          Beim Prozess gegen Arafat Abou-Chaker wird Bushido vor Gericht persönlich: Er habe im Streit zwischen Abou-Chaker und seiner Frau die „dümmste Entscheidung“ seines Lebens getroffen. Auch den anschließenden Tiefpunkt schildert er.
          Friedrich Merz am Sonntag vor der Beratung der CDU-Spitze über den Parteitag

          Wegen Corona : Was die Absage des CDU-Parteitags bedeutet

          Mit seiner Äußerung geht Friedrich Merz bewusst auf Konfrontation zu den anderen Kandidaten um den Parteivorsitz. Dafür spielt der neue Zeitplan einem anderen in die Hände.