EZB-Präsident : Draghis deutsches Dilemma

Das Verhältnis zwischen EZB-Präsident Draghi und Bundesbank-Präsident Weidmann ist zerrüttet. Und auch das Verhältnis zu Berlin hat sich spürbar abgekühlt. Noch schweigt Merkel.
Anfang Oktober schickte EZB-Präsident Mario Draghi seinen „Außenminister“ Benoit Coeure in heikler Mission nach Berlin. Im Kanzleramt sollte der Franzose Draghi mehr Gehör verschaffen und die Stimmung sondieren: für den Geschmack des EZB-Chefs hatten zuvor zu viele Politiker der Großen Koalition ganz offen Kritik am Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) geübt, nicht zuletzt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Ohne Unterstützung aus Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Währungsunion, das weiß Draghi, wird die Luft für die EZB dünn. Deshalb schickte er seinen besten Mann vom Main an die Spree.



