Koalitionspartner in Berlin : Es kommt jetzt auf den Kanzler an

Lindners Forderungskatalog liest sich für manche wie eine Einladung an SPD und Grüne, die FDP aus der Koalition zu werfen. Der Finanzminister traue sich nicht, das Bündnis zu beenden. Die Gereiztheit in der Ampel ist greifbar.
Wagt Christian Lindner nun den Sprung? Will der FDP-Vorsitzende und Finanzminister tatsächlich raus aus der Ampelkoalition? Die beiden anderen Partner im Regierungsbündnis rätseln über diese Frage. Und sie versuchen, sich entspannt zu geben, obwohl das Genervtsein bei SPD und Grünen offenkundig ist. Vor allem in der SPD. In den ersten Statements war noch von „gemeinsamen Lösungen“ und von „Stabilisierung“ die Rede. Auch der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil reagierte zunächst zurückhaltend. Er sagte, Vorschläge seien stets willkommen, auch wenn die von Lindner den SPD-Vorstellungen widersprächen. Seine Kollegin Saskia Esken sagte am Samstag bei einer SPD-Veranstaltung in Hamburg aber zu Lindners Papier: „Durch die Bank sind diese Punkte, die er dort aufzählt, in der Koalition nicht zu verwirklichen.“ Noch deutlicher äußerte sich der SPD-Politiker Nils Schmid. Er bezeichnete Lindners Papier als „neoliberale Phrasendrescherei“.


