Westen und Meinungsfreiheit :
Die freie Welt legt sich selbst einen Maulkorb an

Von
James Kirchick
Lesezeit:
Der Leiter des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ Laurent Sourisseau „Riss“ im Juli 2015 in Sao Paulo
Der Leiter des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ Laurent Sourisseau „Riss“ im Juli 2015 in Sao Paulodpa

Nicht nur in autoritären Regimen, auch im Westen steht die Grundlage der Aufklärung, die Meinungsfreiheit, unter Beschuss. Allenthalben setzen sich Konformismus und Herdendenken durch. Ein Gastbeitrag.

Als ich vor einigen Jahren an einer Tagung des dänischen Vereins für freie Debatte in Kopenhagen teilnahm, musste mein Name im Voraus der Polizei gemeldet werden. Der Verein, der aus einer bunt zusammengewürfelten Gruppe von Universitätslehrern, Journalisten, Aktivisten und gewöhnlichen Menschen besteht, kommt regelmäßig in einem informellen Rahmen zusammen, um über Bücher und politische Streitthemen zu diskutieren. An diesem kalten Dezemberabend fand das Treffen in einer gemütlichen Privatwohnung statt, und die Gesprächsthemen waren ein kürzlich erschienenes Buch über die Geschichte der Meinungsfreiheit in Dänemark und die Biografie eines Politikers, der während des Zweiten Weltkriegs mit den Deutschen kollaboriert hatte. Bei Glühwein und Snacks führten dort gut 15 Gäste eine Reihe von Debatten, die bis in die frühen Morgenstunden dauerten.

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