Missbrauch in der Kirche : Von der Hölle ins Fegefeuer

Als anderswo schon die Aufklärung des Missbrauchs in der katholischen Kirche begonnen hatte, wurden die Opfer in Spanien noch zum Schweigen gebracht: Jetzt aber wächst der Aufklärungsdruck auf die Bischöfe.
Es war eine einsame Hölle. Wenn er könnte, würde Juan Cuatrecasas die Erinnerungen einfach auslöschen. Er war zwölf Jahre alt, als es anfing. Mehrere Jahre lang missbrauchte ein Lehrer den Jungen, bis er sich endlich seinen Eltern anvertraute. Was danach kam, glich für die Familie einem Fegefeuer. 2010 zeigte sie den Lehrer an der Schule der ultrakonservativen katholischen Organisation „Opus Dei“ an. „Wir erhielten anonyme Anrufe, wurden auf der Straße bedroht. Die Schule tat nichts“, erinnert sich sein Vater. Der soziale Druck sei schließlich so stark geworden, dass die Familie aus dem Baskenland in die benachbarte Rioja-Region umzog. Das war 2013.
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