Amerika und der Fall Snowden : Vom Drehen des Messers in der Wunde

Washington ist erbost darüber, dass Moskau Edward Snowden Asyl gewährt hat. Regierung und Kongress diskutieren über Vergeltungsmaßnahmen für den Affront des Kremls.
Das Weiße Haus zeigte sich „tief enttäuscht“: Ungeachtet öffentlicher Bitten und vertraulicher Gesuche Washingtons gewährte Moskau dem amerikanischen Geheimnisverräter Edward Snowden Asyl – wenn auch zunächst auf ein Jahr befristet. Dass der Kreml mit der Entscheidung der russischen Behörden nichts zu tun gehabt haben will, glaubt in Washington niemand. Präsidentensprecher Jay Carney wies am Donnerstag darauf hin, dass es eine gute Tradition der russisch-amerikanischen Kooperation bei der Strafverfolgung gebe: Auch ohne ein bilaterales Auslieferungsabkommen werden flüchtige Verdächtige jeweils an ihr Heimatland überstellt. Aus dem State Department hieß es, Washington sei über den Schritt Moskaus nicht vorab informiert worden.





