Hoffnung für Erben von NS-Verfolgten
Kalifornien und die US-Regierung erleichtern Opfern der NS-Herrschaft und deren Nachkommen Klagen zur Rückgabe von Raubkunst. Zwei neue Verfahren sind damit aussichtsreicher als zuvor.
Seit Längerem arbeitet Amerika daran, im großen Stil geraubte Kunstwerke zurückzugeben. Nun sollen Artefakte aus dem Metropolitan Museum of Art in New York sowie von mehreren Sammlern antiker Kunst übergeben werden.
Kalifornien und die US-Regierung erleichtern Opfern der NS-Herrschaft und deren Nachkommen Klagen zur Rückgabe von Raubkunst. Zwei neue Verfahren sind damit aussichtsreicher als zuvor.
Das Bayerische Nationalmuseum gibt zwei spätmittelalterliche Reliefs an die Erben des jüdischen Bankiers Jakob Goldschmidt zurück. Ein altes Foto lieferte den ausschlaggebenden Beleg.
Die Ausstellung im Salzburger Mirabellgarten mit Mozart-Skulpturen von Ottmar Hörl ist abgebrochen worden. Mehr als neunzig Prozent der Figuren wurden gestohlen, da hört sich der Spaß endgültig auf.
Ein Name, ein Stempel, ein Datum: Für den Frankfurter Provenienzforscher Daniel Dudde können Spuren in alten Büchern ganze Lebensgeschichten freilegen – und Unrecht sichtbar machen, das bis heute nachwirkt.
Ein geraubtes Gemälde aus der NS-Zeit ist in den Niederlanden wieder aufgetaucht. Es hing offenbar jahrzehntelang im Haus der Nachfahren eines Nazi-Kollaborateurs. Nun fordern die Erben die Rückgabe.
Für das geplante Schiedsgericht zu deutschen Raubkunstfällen sind die 36 Richter ernannt worden. Als Doppelspitze sollen Elisabeth Steiner und Peter Müller fungieren.
Führt Restitution wirklich zu neuem Unrecht, wie der Präsident der Züricher Kunstgesellschaft behauptet? Kein Land hat jedenfalls größere Hemmungen bei der Rückgabe von Raubkunst als die Schweiz.
Bayerns Kunstminister Markus Blume hat sich für den Umgang des Freistaats mit NS-Raubkunstfällen entschuldigt. Dabei überging er, dass alle etwaigen Fehler der Museen in seine eigene Verantwortung fielen.
Seit Jahren tobt der Streit um zu restituierende Kunstwerke in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, kurz vor der Wahl kochte er noch einmal besonders hoch. Bringt ein Landtagsbeschluss nun Besserung?
Kulturstaatsministerin Claudia Roth will Schiedsgerichte einrichten, um die Restitution von NS-Raubkunst zu erleichtern. Tatsächlich aber könnte ihre Reform das Gegenteil bewirken.
Ohne sie hätten die Monuments Men wenig gefunden: Im Zweiten Weltkrieg spionierte Rose Valland aus, wohin die Nazis ihre Raubkunst verschleppten. Nun wird ein berühmtes Werk, das sie zu retten half, in Paris versteigert.
Bisher hat die Beratende Kommission Streitfälle um die Restitution von Raubkunst aus jüdischem Besitz behandelt. In Zukunft sollen Schiedsgerichte rechtsgültige Entscheidungen treffen. Das haben Bund und Länder vereinbart.
Ein jüdisches Paar, dem die Flucht vor den Nationalsozialisten gelang, kaufte in den USA ein Werk von Egon Schiele. Die Enkel gaben es nun den Nachkommen des rechtmäßigen Besitzers zurück.
Werke, die durch Geschäfte mit dem NS-Regime finanziert sind und Raubkunst: Seit 2002 fährt das Kunsthaus Zürich mit seiner Sammlung Bührle einen Verschleierungskurs. Das setzt sich beim Abschlussbericht von Raphael Gross fort.
Die Beratende Kommission, früher Limbach-Kommission, gibt in Streitfällen Empfehlungen zum Umgang mit Raubkunst aus ehemals jüdischem Besitz. Jetzt soll sie abgeschafft und durch ein Schiedsgericht ersetzt werden.
Von Nazis geraubt, in der DDR entwendet: In der Brüder-Grimm-Stadt Hanau gibt es Verdachtsfälle auf Raubkunst. Ein Projekt des Museumsverbands will ihnen auf die Spur kommen. Es geht auch um Werke eine Grimm-Bruders.
Schwerer NS-Raubkunstverdacht in der „Secessionen“-Schau: Die Alte Nationalgalerie Berlin verschweigt die Provenienz eines Bildes von Max Slevogt
Für Provenienzforscher sind Archive des Kunsthandels mit Dokumenten aus der NS-Zeit von großem Wert. Doch manche verweigern den Zugang.
Raubkunst und Nachhaltigkeit, Salz und Betonvermeidung: Zum ersten Mal wird eine Region Europäische Kulturhauptstadt - Bad Ischl Salzkammergut hat im nächsten Jahr viel vor.
1943 kaufte Hildebrand Gurlitt für Hitlers „Führermuseum“ ein barockes Gemälde der „Bergpredigt“. Wem gehörte es davor? In München kommt ein Werk mit unklarer Provenienz zur Auktion – und wirft Fragen auf.
„Wahre Tatsachen“: Ein Kunstsammler ist am Bundesgerichtshof mit dem Versuch gescheitert, einen Eintrag in eine Datenbank für potentielles NS-Raubgut löschen zu lassen.
Der Welfenschatz im Berliner Kunstgewerbemuseum beschäftigt weiter amerikanische Gerichte. Für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist die jüngste Abweisung einer Klage eine Bestätigung.
Das Tel Aviv Museum wollte mit Christie's eine Konferenz zu Restitutionsfragen veranstalten. Nun wurde das Auktionshaus ausgeladen: wegen einer umstrittenen Schmuckversteigerung.
1897 erbeuteten Briten die Skulpturen in Nigeria und verkauften sie an Museen. Deutschland gibt nun die ersten zwei Exemplare zurück. Ein Teil der über 500 Objekte zählenden Sammlung soll aber als Leihgabe in Deutschland bleiben.
In deutschen Museen stehen etwa 1100 Kunstobjekte, die aus Benin – Teilen des heutigen Nigerias – gestohlen wurden. Die Bundesregierung will jetzt eine Absichtserklärung gemeinsam mit der nigerianischen Regierung unterschreiben, dass diese Skulpturen zurückgegeben werden.
Dreiundzwanzig Objekte sind schon da: In Namibia zeigt sich, wie Restitution praktisch gelingen kann – jenseits aller ideologischen Aufregung.
Eine geraubte Bronzeskulptur aus dem einstigen Königreich Benin soll bald zurückgegeben werden. Im Mainzer Landesmuseum wird sie nochmal in einer Sonderschau gezeigt. Führung mit einer Ethnologin inklusive.
Bis zu neunzig Minuten stehen die Besucher im Musée du Quai Branly Schlange, um den Kunstwerken die letzte Ehre zu erweisen, die an Benin zurückgegeben werden. Vor einem Thron fällt ein Besucher nieder, als säße der König noch darauf.
Das Metropolitan Museum of Art gibt zwei Benin-Bronzen an Nigeria zurück. Von weiteren Stücken, die auch von den Briten 1897 geraubt wurden, ist nicht die Rede. Ob sich das ändert?
Jahrhunderte alte Steinschnitzereien sind nach einem verlorenen Rechtsstreit wieder in Thailand eingetroffen. Türstürze aus der Khmer-Zeit waren aus zwei Heiligtümern in ihrer Heimat gestohlen worden.
Eine stillschweigende Änderung der Spruchpraxis: Mit ihrer Empfehlung zu Franz Marcs „Füchsen“ im Düsseldorfer Museum Kunstpalast setzt die Limbach-Kommission ihre Legitimität aufs Spiel.
Benin-Bronzen finden sich in vielen Museen in Deutschland. Sie sind als Raubgut aus kolonialer Vorgeschichte umstritten. Der Bund setzt auf Rückgaben, bei der zuständigen Stiftung gibt es Bewegung.
Bénédicte Savoy ist die wichtigste wissenschaftliche Stimme in der Debatte um die Rückgabe afrikanischer Kunstwerke, die in der Kolonialzeit nach Europa gelangt sind. Ihr neues Buch schildert, wie sich die Staaten Afrikas um Restitutionen bemühten – und wie sie scheiterten.
Koloniale Raubkunst und Quantenmechanik, Foucaults Pendel und Tierethik, Klimawandel und Blasphemie: Die wichtigsten Sachbücher dieses Frühjahrs, besprochen in der Literaturbeilage der F.A.Z.
Das Cancel-Culture-Imperium schlägt zurück: Was bedeuten die drei aktuellen Fälle böswilliger Beschädigungen in deutschen Museen?
Sollte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, wie es ein Gutachten des Wissenschaftsrats empfiehlt, aufgelöst werden? Ein ehemaliger Präsident der Stiftung erläutert, warum das Gutachten über sein Ziel hinausschießt.