FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Eidgenössische Restitution :
Die Schweiz hortet bis heute Raubkunst

Von
Hubertus Butin
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Einer der vielen umstrittenen Fälle der Sammlung Emil Bührle im Kunsthaus Zürich: Paul Cézannes „Landschaft“, um 1879
Einer der vielen umstrittenen Fälle der Sammlung Emil Bührle im Kunsthaus Zürich: Paul Cézannes „Landschaft“, um 1879Sammlung Emil Bührle

Führt Restitution wirklich zu neuem Unrecht, wie der Präsident der Züricher Kunstgesellschaft behauptet? Kein Land hat jedenfalls größere Hemmungen bei der Rückgabe von Raubkunst als die Schweiz.

Noch immer tut sich die Schweiz sehr schwer, wenn es um den Umgang mit der eigenen Vergangenheit geht. So wird in Teilen der Bevölkerung weiterhin das Narrativ gepflegt, man habe als Land und Nation mit den Verbrechen des Nationalsozialismus nichts zu tun gehabt und trage somit auch keinerlei Verantwortung. Die politische Neutralität ist für die Schweiz seit dem Bundesvertrag von 1815 zwar ein wichtiges nationales Identitätsmerkmal und eine Handlungsmaxime für ihre Außenpolitik. Doch dieses grundlegende Prinzip erwies sich vor allem während des Zweiten Weltkriegs als ein bloßer Mythos, da wirtschaftlichen und finanziellen Interessen Vorrang gegeben wurde.

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