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Bahn-Krisengipfel : Züge in Mainz sollen Ende August wieder normal fahren

  • Aktualisiert am

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer besucht im Juli eine ICE-Strecke Bild: dpa

Von nächster Woche an sollen in Mainz tagsüber wieder weniger Züge ausfallen. Bundesverkehrsminister Ramsauer wirft derweil der SPD vor, Schuld am Zustand der Bahn zu sein. Der Streit eskaliert politisch.

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          Die Bahn kann das Chaos am Mainzer Hauptbahnhof trotz des großen Drucks nicht kurzfristig abstellen. Der Chef der Bahntochter DB Netz, Frank Sennhenn, kündigte nach einem Krisengipfel aber Verbesserungen ab der nächsten Woche an. Ab kommendem Samstag (17. August) gelte zunächst nur an den Wochenenden wieder der normale Fahrplan, ab kommenden Montag (19. August) dann auch nachts, sagte Sennhenn in Mainz. Zum Schulbeginn von Montag an sollten 85 Prozent der Züge zwischen und 06.00 und 08.00 Uhr wieder fahren. Ab dem letzten Augustwochenende wolle die Bahn dann zum normalen Betrieb zurückkehren, falls nicht weitere Fahrdienstleiter krank würden.

          Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) zeigte sich nicht zufrieden. Sie zog die Bilanz, „dass das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist, aber dass es eine deutliche Linderung der Situation geben wird“. Dreyer forderte vom Bund als Eigentümer mehr Engagement. Der Bund solle außerdem weniger Geld aus der Bahn herausziehen. Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) kritisierte: „Das ist bei weitem noch nicht genug.“

          Seit über einer Woche gibt es in Mainz Zugausfälle und Umleitungen. Zunächst fehlten 7 der 15 Fahrdienstleiter im Mainzer Stellwerk wegen Urlaubs oder Krankheit. Aktuell arbeiten nach DB Netz-Angaben neun Fahrdienstleiter, einer sei am Montag aus dem Urlaub zurückgekommen. Bahnchef Rüdiger Grube, der wegen des Debakels seinen Urlaub abgebrochen hatte, sei auf die Mitarbeiter zugegangen, ohne sie zu zwingen, sagte Sennhenn.

          Ramsauer: SPD ist Schuld

          Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wirft der SPD vor, Schuld am Zustand der Deutschen Bahn zu sein. Während Rot-Grün Deutschland regierte, hätten der damalige Finanzminister und heutige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sowie Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) die Privatisierung des Bahn-Konzerns vorangetrieben. Dabei sei Personal „sträflich heruntergefahren“ worden. Seit dem Jahr 2010 seien sowohl die Zahl der Mitarbeiter als auch die Investitionen erhöht worden.

          Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) macht wegen des Debakels am Mainzer Hauptbahnhof unterdessen offenbar Druck auf die Deutsche Bahn. „Ihnen wird aufgegeben, unverzüglich den sicheren, für die Durchführung des planmäßigen Verkehrs erforderlichen, uneingeschränkten Betrieb des Stellwerkes Mainz wieder aufzunehmen“, berichtet das „Handelsblatt“ über einen Bescheid des EBA vom 12. August an die Bahn-Tochter DB Netz AG. Die Bahn-Tochter werde dadurch verpflichtet, dem Bundesamt
          „alle zwei Wochen schriftlich über die getroffenen und geplanten
          Maßnahmen zur Verhinderung besetzungsbedingter Nutzungseinschränkungen des Stellwerks Mainz zu berichten“.

          Steinbrück: Rückholung aus dem Urlaub ist der falsche Weg

          SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kritisierte die Personalpolitik der Bahn: „Hier wurde offenbar falsch gespart. Das rächt sich jetzt“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“. Die Bahn-Mitarbeiter zu bestrafen und aus dem Urlaub zurückzuholen, sei der falsche Weg: „Die Fahrdienstleiter brauchen auch ihre Erholung, sonst betreibt man Raubbau an ihnen. Sie sind nicht für diese Fehlplanung verantwortlich“, sagte Steinbrück. Von der Bahn forderte er schnelle Lösungen und Abhilfe. Verkehrsminister Ramsauer tue allerdings so, als gehe ihn das als Eigentümer der Bahn alles nichts an.

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