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IS enthauptet weitere Geisel : Weißes Haus bestätigt Peter Kassigs Ermordung

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Entwicklungshelfer Peter Kassig beim Einsatz in Syrien, 2012-2013 Bild: AFP

Die IS-Terrormiliz hat die fünfte westliche Geisel ermordet: den Amerikaner Peter Kassig. Das Weiße Haus hat die Echtheit eines im Internet veröffentlichten Propagangdavideos bestätigt. Der 26-Jährige engagierte sich für humanitäre Projekte.

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          Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach eigenen Angaben eine weitere westliche Geisel enthauptet. „Dies ist Peter Edward Kassig, ein amerikanischer Bürger“, sagte ein maskierter Mann in einem vom IS am Sonntag im Internet veröffentlichten Video. Es zeigte den Vermummten, einen blutigen abgeschlagenen Kopf zu seinen Füßen. Die Tat selbst wurde diesmal nicht gezeigt.

          Das Weiße Haus bestätigte die Echtheit des Videos. Präsident Barack Obama sagte, der 26-jährige Kassig sei „in einem Akt reiner Bosheit“ getötet worden. Auch der britische Premierminister David Cameron äußerte sich schockiert. Die IS-Miliz habe einmal mehr ihre Verderbtheit bewiesen, erklärte er.

          „Peter, der als Soldat der amerikanischen Armee gegen die Moslems im Irak gekämpft hat, hat nicht viel zu sagen“, sagte der vermummte Mann in dem 15-minütigen Video in englischer Sprache mit britischem Akzent. „Seine früheren Mitgefangenen haben bereits in seinem Namen gesprochen.“ In dem 15-minütigen Video wurde die Hinrichtung von mindestens 14 Männern gezeigt, die Piloten und Offiziere der Armee des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad gewesen sein sollen.

          Kassig sei in Nordsyrien nahe der Grenze zur Türkei beerdigt worden, sagte der maskierte Mann weiter. „Hier verscharren wir den ersten amerikanischen Kreuzritter in Dabek.“ Kassig wurde seinen Eltern zufolge im Oktober 2013 verschleppt, nachdem er nach seiner Zeit bei der amerikanischen Armee als Entwicklungshelfer nach Syrien gegangen war. Eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates der Vereinigten Staaten äußerte Entsetzen „über den brutalen Mord an einem unschuldigen amerikanischen Helfer“.

          Kassig gründete Hilfsorganisation

          Kassig leistete nach Angaben der „Washington Post“ Armeedienst und war Mitglied des bekannten 75. Ranger Regiments. Der Infanterist habe mit seiner Einheit von April bis Juli 2007 im Irak gedient. Nach seinem ehrenhaften Ausscheiden aus dem Armeedienst aus medizinischen Gründen habe Kassig begonnen, Politikwissenschaft zu studieren, berichtete das Blatt weiter.

          Demnach reiste er während seiner Semesterferien in den Nahen Osten. Er gründete eine eigene kleine Hilfsorganisation. Von der türkischen Grenzstadt Gaziantep aus transportierte er später unter anderem Erste-Hilfe-Lieferungen nach Syrien und arbeitete in humanitären Projekten mit. Der aus Indianapolis (Indiana) stammende Kassig trat während seiner Gefangenschaft zum Islam über, wie der Sender CNN berichtete.

          IS-Extremisten hatten zuvor bereits die beiden Amerikaner Jim Foley und Steven Sotloff sowie die Briten David Haines und Alan Henning ermordet.

          Drohungen gegen Amerika

          In dem neuen Video stieß die IS-Miliz Drohungen gegen Amerika, Großbritannien und die Schiiten aus. Ein Vermummter wandte sich direkt an Präsident Obama: „Heute schlachten wir die Soldaten Baschars ab, und morgen werden wir deine Soldaten abschlachten.“ Weiter sagte er: „Und mit Allahs Erlaubnis wird der Islamische Staat schon bald damit beginnen, eure Leute in euren Straßen niederzumetzeln.“ Der IS hat in weiten Teilen Syriens und des Iraks die Kontrolle an sich gerissen und über die Grenze
          hinweg ein Kalifat errichtet. Die Extremisten haben Medienberichten zufolge bereits weitgehende staatliche Strukturen aufgebaut.

          Um den Kampf gegen den IS zu forcieren, reiste der Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte am Wochenende in den Irak. Er wolle sich einen Eindruck verschaffen, wie die Unterstützung für die irakischen und kurdischen Truppen vorankomme, sagte Generalstabschef Martin Dempsey in Bagdad. Obama hatte kürzlich angekündigt, er werde die Einheiten zur Ausbildung und Beratung der irakischen Armee und der kurdischen Peschmerga-Miliz auf bis zu 3100 Soldaten aufzustocken. Derzeit sind 1400 amerikanische Soldaten im Irak im Einsatz.

          Eine von den Vereinigten Staaten angeführte internationale Allianz fliegt seit Anfang August im Irak und seit Ende September auch in Syrien Luftangriffe gegen die Extremisten. Dennoch stellte eine unabhängige Untersuchungskommission in einem am Freitag veröffentlichten Bericht für den UN-Menschenrechtsrat fest, dass die Kampfkraft des IS in Syrien größer geworden sei.

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