Polen :
Hundert Jahre Zweisamkeit

Von
Adam Krzeminski
Lesezeit:
Ullstein

Das Verhältnis von Deutschen und Polen hat sich in den letzten hundert Jahren grundlegend gewandelt. Wie das wiederauferstandene Land und die einstige Teilungs- und Besatzungsmacht langsam zueinander gefunden haben.

Im November 1916 wurde von den Herrschern der beiden deutschsprachigen Monarchien die „polnische Frage“ wieder auf die europäische Agenda gesetzt: In der Zweikaisererklärung vom 5. November 1916 kündigten der Preuße Wilhelm II. und der Habsburger Franz Joseph I. ein Regentschaftskönigreich Polen an. Eine echte Staatsgründung war das zwar nicht, aber es war der erste internationale Akt auf dem Weg zur Wiedergeburt des im 18. Jahrhundert von Preußen, Russland und Österreich zerschlagenen polnischen Staates. Vollzogen wurde sie in den Jahren darauf: mit dem Kollaps der Mittelmächte und der Ausrufung der Unabhängigkeit im November 1918, mit dem Versailler Vertrag 1919 in Versailles sowie mit dem Sieg über die Rote Armee 1920.

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