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Streit im östlichen Mittelmeer : Die Türkei sucht die kontrollierte Eskalation auf See

Das türkische Explorationsschiff „Oruc Reis“ Ende Juli vor der türkischen Küste nahe der Stadt Antalya Bild: AP

Die Türkei will im östlichen Mittelmeer als Macht anerkannt werden – und schürt immer wieder Konflikte mit Griechenland und der EU. Jetzt hat Emmanuel Macron angekündigt, er werde die französische Militärpräsenz in der Region erhöhen.

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          Es geht nicht um Öl und Gas. Mit diesem Satz ließe sich die Einschätzung des Energiefachmanns Harry Tzimitras zu der jüngsten Zuspitzung des griechisch-türkischen Konflikts im östlichen Mittelmeer zusammenfassen. Dort hat das türkische Forschungsschiff „Oruc Reis“ am Mittwoch nach Darstellung Ankaras in Begleitung eines Marinegeschwaders mit der Suche nach Energieressourcen begonnen. In der Nacht zum Donnerstag bewegte sich das Schiff laut dem Ortungsdienst MarineTraffic abermals in Richtung eines Seegebiets, welches Griechenland als eigene, ausschließlich griechische Wirtschaftszone versteht. Noch mindestens bis zum 23. August werde das Schiff im Einsatz sein, hieß es aus der Türkei. In Athen wird der Einsatz der „Oruc Reis“ als Provokation gewertet. Griechenland hat ebenfalls Kriegsschiffe in die Region beordert.

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Der Konflikt ist nicht zu leugnen. Doch Harry Tzimitras, der die Entwicklungen an den internationalen Energiemärkten und insbesondere im Mittelmeer seit vielen Jahren von Zypern aus beobachtet, bezweifelt, dass es dabei im Kern um Energieressourcen geht. Schon lange vor der Pandemie hatte er zur Vorsicht gemahnt angesichts des insbesondere in Zypern grassierenden Enthusiasmus, dem Inselstaat stünde durch entdeckte sowie erwartete Gasvorkommen eine goldene Zukunft bevor. Seit der texanische Energiekonzern Noble Energy bei Probebohrungen vor der Südküste Zyperns im Jahr 2011 ein Gasreservoir entdeckt hatte, überboten sich Politiker in Ideen, wie der vermeintlich nahende Reichtum am besten auszugeben sei.

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