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Kunst im Oval Office : Was die Gemälde der Machthabenden bedeuten

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Joe Bidens Amtseinführung vor Robert Duncansons „Landschaft mit Regenbogen“ (1859) Bild: Picture-Alliance

Schon immer wurde mit Bildern Politik gemacht. Was erzählen die Werke aus Bidens frisch umgestaltetem Oval Office und anderen Amtssitzen über die Politikerinnen und Politiker und die aktuelle Weltlage?

          11 Min.

          Joe Biden

          Die amerikanische Politik ist ins Zeitalter der Hyperikonographie eingetreten. Jede Geste wird sofort als Zeichen gedeutet und unters identitätspolitische Mikroskop gezwängt: Was, fragen Magazine, bedeutet es etwa, dass Biden bei seiner Vereidigung einen Anzug des Ostküsten-Preppy-Ausstatters Ralph Lauren trug und nicht einen von irgendeinem jungen Label? Vermutlich nur, dass Biden als Mann des Ostküsten-Establishments immer schon Polo Ralph Lauren mochte. Und dass der goldbeige Teppich im Oval Office einem dunkelblauen wich: Was bedeutet das? Mehr Würde? Hauptsache, weg mit allem, worauf Trump stand?

          Was über die Neudekoration von Bidens Büro bekannt wurde, zeugt jedenfalls vom Wunsch, via Kunst Botschaften zu versenden: Die Büste der schwarzen Bürgerrechtlerin Rosa Parks: Bekenntnis zu „Black Lives Matter“. Die des mexikanischen Landarbeiter-Führers César Chávez: Zeichen einer neuen Immigrationspolitik. Mit der Skulptur eines Apachen wird des Schicksals der „Native Americans“ gedacht. Bidens Amtseinführung fand vor einer „Landschaft mit Regenbogen“ statt, die der erste schwarze Superstar der amerikanischen Malerei, Robert Duncanson, 1859 malte – als Bild der Hoffnung kurz vor dem Bürgerkrieg. Aber was hat es zu bedeuten, dass Biden Childe Hassams „Avenue in the Rain“ von 1917 wieder aufhängt – eines jener Bilder von US-Flaggen, mit denen der Maler ab 1916 für einen Kriegseintritt der Vereinigten Staaten warb?

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