FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Ballettpremiere in Chemnitz :
Ein Getriebener seiner Sehnsüchte

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Ein Phantast des alltäglichen Lebens: Aleksandr Solovei als Hans Christian Andersen im neuen Ballett von Sabrina Sadowska in Chemnitz
Ein Phantast des alltäglichen Lebens: Aleksandr Solovei als Hans Christian Andersen im neuen Ballett von Sabrina Sadowska in ChemnitzIda Zenna

Ein Dichter für das Kind im Erwachsenen, ein rastlos reisender Aufsteiger, der nirgendwo heimisch wurde: Sabrina Sadowskas neues Ballett „Hans Christian A.“ feierte in Chemnitz seine Uraufführung.

Er ist vielleicht nicht der Autor einer Gegenwart, die Bekenntnisse lesen will, politische, private, autofiktionale Geschichten. Aber in der Kunst ist das Weiterleben der Dichtungen des Dänen Hans Christian Andersen so vielgestaltig wie international. In 150 Sprachen sind die Werke des 1805 als Sohn eines Schuhmachers und einer Wäscherin in Odense geborenen Schriftstellers und Reisenden übersetzt; in Filme verwandelt, als Musiktheater komponiert und als Ballett choreographiert wurden zahlreiche seiner Stoffe. Sie gehören zu jenen literarischen Schätzen, die vielen von Kindheit an vertraut sind, deren Schrecken, Unverständlichkeiten, Traurigkeiten und Tode das Kind ängstigten und den Erwachsenen nicht loslassen. Wer aber, und diese Frage ist typisch für den Kunstzugang der Gegenwart, wer war dieser Hans Christian Andersen, den Friedrich Hebbel, der ihn 1843 in Kopenhagen trifft, in seinem Tagebuch als eine „lange, schlotterige, lemurenhaft-eingeknickte Gestalt mit einem ausnehmend häßlichen Gesicht“ porträtiert?

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