Barcelona Moderna : Sie radelten ihrer Zeit voraus

Wie Picasso, Gaudí, Mir, Casas und viele weitere um 1900 zu einzigartigen Künstlern wurden, zeigt Münchens Kunsthalle in „Barcelona moderna“ – anhand von mehr als 140 atemnehmenden Werken.
Barcelona meint jeder zu kennen. Den Weg zu Antoni Gaudís Riesenbetonskulptur der Sagrada Família wissen viele im Schlaf, vorbei an dem streng geometrisch auf Schachbrettrundriss gebauten Jugendstilviertel „Eixample“ mit seinen jeweils zu den Plätzen hin abgerundeten Hausecken. Der Jugendstil heißt in Katalonien „Modernisme“, um 1900 war Barcelona ein brodelndes Laboratorium der Moderne in Kunst, Kultur und Architektur, weshalb sich die Ausstellung „Barcelona moderna. Von Gaudí bis Picasso“ in der Münchner Kunsthalle auch erstmals in Deutschland diesem fesselnden Phänomen auf breitester Basis widmet. Der katalanische Jugendstil war wie der deutsche, der eben in München seinen Ausgang nahm, stark von organischen Formen der Natur inspiriert. Anders als hierzulande jedoch wurde in Barcelona Bauen in modernsten Materialien und Techniken wie Stahltragwerken mit traditionell mittelalterlichen Formen verknüpft, was sich vor allem in den kunstvollen schmiedeeisernen Gittern mit Drachen- und Heiligenköpfen neben avantgardistischen Jugendstil-Mosaikbändern äußert.
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