Sie halten die „historische Wahrheit“ hoch
Die weltweit größte Sammlung von Dokumenten zur NS-Verfolgung wird in einer nordhessischen Kleinstadt verwahrt. In einem Archiv, das nie als Archiv geplant war.
Die Vernichtung der Juden war Verwaltungsarbeit: Landräte, Finanzämter und viele Beamte waren beteiligt. H. G. Adler nannte die Schreibtischtäter schon 1974 beim Namen. Nun liegt seine Pionierarbeit in neuer Auflage vor.
Die weltweit größte Sammlung von Dokumenten zur NS-Verfolgung wird in einer nordhessischen Kleinstadt verwahrt. In einem Archiv, das nie als Archiv geplant war.
Am Tag der Deutschen Einheit hatte sich Hape Kerkeling im Thüringer Landtag für ein Verbot der AfD starkgemacht. Seither wird in sozialen Netzwerken seine Familiengeschichte verzerrt.
Neun Stunden, ein Applaus: In der ersten Anhörung zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren in einem deutschen Parlament vertreten die prominentesten Redner die gegensätzlichsten Positionen.
Am Mittwoch wird der Thüringer Landtag zur Bühne im Streit um ein AfD-Verbot. Neben Fachleuten treten in der Anhörung auch Prominente auf. Warum?
Vor 80 Jahren wurde das Land Hessen gegründet, auch die Parteien entstanden neu. Es war nach dem Krieg ein Neuanfang auf Trümmern.
Vor 120 Jahren wurde das Urteil gegen den jüdischen Hauptmann Alfred Dreyfus kassiert, trotzdem verschwand er aus dem Gedächtnis der Nation. Emmanuel Macron hat den 12. Juli nun zum nationalen Gedenktag erklärt.
Eine Auktion mit Dokumenten von Nazi-Opfern sorgt für Empörung. Die Stiftung Auschwitz-Birkenau kauft Zeugnisse seither systematisch auf.
Kein „Spaßkandidat“ für Schloss Bellevue: Eine Petition sieht Hape Kerkeling als besten Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl im nächsten Jahr. Er hat schon prominente Unterstützer – und hält selbst alles für möglich.
Ein Potsdamer Museum zeigte ein Bild von Anne Frank mit einem Palästinensertuch. Die Staatsanwaltschaft prüft jetzt eine Anzeige, die den Ausstellungsmachern Holocaust-Verharmlosung vorwirft.
Die „Nazis“ waren am Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald für manche wahlweise die Juden oder die Palästinenser. Der deutsche Nazi und seine Verbrechen – er wurde zur Nebensache.
Heute vor 81 Jahren fotografierte Lee Miller das von der US-Armee befreite KZ Buchenwald. Lassen Verbrechen sich dokumentieren, ohne die Würde des Menschen zu verletzen?
Aktivisten der Kufiyas-Kampagne verbreiten kurz vor der Zeremonie am Sonntag ein Video aus der Gedenkstätte. Redner mahnen, die Gräueltaten der Nationalsozialisten nicht zu vergessen.
Die Vorstellungen des Lagers entsprechen nicht der historischen Realität. Muss man die Geschichte noch einmal von vorn erzählen?
Was weiß man im Westen über den Umgang mit dem Holocaust im Osten und umgekehrt? Ines Geipels Buch „Landschaft ohne Zeugen“ sucht nach Antworten.
Die Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ darf nicht in der Gedenkstätte demonstrieren. Doch Buchenwald sieht sich trotzdem politischem Missbrauch ausgesetzt.
Aktivisten wollen gegen den „Völkermord in Gaza“ ausgerechnet in der KZ-Gedenkstätte demonstrieren. Der Leiter versucht, das zu verhindern.
Deutsche Wende und Nelkenrevolution, alte Frauen am Atlantik und toxische Beziehungen in München: Das sind nur einige Themen von zehn der wichtigsten Romane des Frühjahrs 2026.
Es klingt paradox: Gerade an NS-Gedenkstätten steigt die Zahl an antisemitischen Vorfällen. Das liegt an zwei Entwicklungen, die nur scheinbar entgegengesetzt sind.
Mit prominenter Figurenbeteiligung: Grégory Cingals Roman „Die letzten auf der Liste“ über die Schrecken im Konzentrationslager Buchenwald.
Richard J. Evans porträtiert Führungsfiguren und Mitläufer des NS-Regimes von Göring bis zu KZ-Aufseherinnen. Die meisten waren keine Psychopathen, sondern normale Menschen, die ihre Chance auf Macht witterten.
Im offiziellen Gedenken der DDR kamen das Wort Schoa und die jüdischen NS-Opfer nicht vor. Eine neue Studie zeigt: Es gab Nischen, in denen das anders war.
Wie ich mich am 100. Geburtstag des großen Filmregisseurs der DDR, Konrad Wolf, an seinen Film „Der nackte Mann auf dem Sportplatz“ erinnere. Und an Bilder, die nicht verstummen wollen.
Ein Auktionshaus plant, Zeugnisse des Holocaust zu versteigern. Das Internationale Auschwitz-Komitee reagiert – und fordert eine Absage.
Zwei Jahre nach dem 7. Oktober werden Juden in Deutschland öfter bedroht und angegriffen. Manche überlegen, zu gehen. Manche kämpfen dagegen.
Eine Besucherin wollte mit der Kufiya gegen die israelische Regierung protestieren. Das muss die Gedenkstätte nicht hinnehmen, entschied jetzt das thüringische Oberverwaltungsgericht.
Hat der Mufti von Jerusalem das Tragen des Palästinensertuchs angeordnet? Die in deutschen Internetmedien schon vor dem 7. Oktober 2023 verbreitete Geschichte wurde sogar von der Gedenkstätte Buchenwald beglaubigt.
Kitsch, Kriegsromantik, Katholizismus und Faschismusrehabilitierung: Ein Großkonzert des Musikers Marko Perković sagt mehr über Kroatien, als dem Land lieb sein kann.
Seit 45 Jahren werden in der NS-Zeit verfolgte Juden und deren Angehörige nach Frankfurt eingeladen. Barbara Graham Collier, deren Mutter als Kind aus der Stadt fliehen musste, verlangt der Besuch viel ab – bringt sie aber auch zum Lachen.
Eine Frage der Ehre: Achtzig Jahre nach dem 8. Mai 1945 ist in Deutschland eine neue Erinnerungsepoche angebrochen – mit drastischen Folgen für unser kollektives Bewusstsein.
Israels Botschafter greift jene an, die aus dem Völkermord an den Juden universelle Schlüsse ziehen wollen. In einer Zeit, in der der Antisemitismus überall wiederauflebt, ist das kein Schutz – im Gegenteil.
Das KZ Dachau war das Modell für alle anderen Konzentrationslager in Deutschland. Vor 80 Jahren wurde es von den Amerikanern befreit. Die waren kaum vorbereitet auf das, was sie dort sahen.
Der neue Antisemitismus ist in Europa überall präsent – auch in Deutschland. Ein Cocktail aus Feigheit und Bequemlichkeit lässt das Versprechen „Nie wieder“ zur hohlen Formel werden.
Jens-Christian Wagner, Direktor der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, hält dem ZDF vor, es kneife vor der AfD. Das lässt der Sender nicht auf sich sitzen. Daraufhin gibt Wagner seiner Kritik eine generelle Richtung.
Der Theoretiker des richtigen Erinnerns nimmt viel Vergessen in Kauf, um die Absolutheit seiner ethischen Ansprüche zu schützen: Zu Omri Boehms geplanter Rede zum Jahrestag der Befreiung von Buchenwald im April 1945.
Gefallsüchtiger Botschafter: Israels Regierung erklärt Rechtsradikale zu Kämpfern gegen den Antisemitismus, ihr Gesandter setzt Humanisten mit Massenmördern gleich.
Am Sonntag wird in Weimar an die Befreiung des KZ Buchenwald vor 80 Jahren erinnert. Doch das Gedenken bleibt nicht rückwärtsgewandt – es richtet sich auch mit klaren Worten auf die Gegenwart.