Weimarer Verhältnisse? (5) :
Wie viel NSDAP steckt in der AfD?

Von
Jürgen W. Falter
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„Real Nazis“ heißt das Kunstwerk von Piotr Uklanski, das in der Neuen Galerie in Kassel anlässlich der Weltkunstausstellung Documenta 14 gezeigt wird.
„Real Nazis“ heißt das Kunstwerk von Piotr Uklanski, das in der Neuen Galerie in Kassel anlässlich der Weltkunstausstellung Documenta 14 gezeigt wird.Reuters

1932 steigt die NSDAP in freien Wahlen von einer rechtsextremen Splitterpartei zur stärksten Kraft auf. Waren die Nationalsozialisten – was Mitglieder und Wähler betrifft – wirklich Ausdruck eines „Extremismus der Mitte“?

Es ist richtig: Adolf Hitler ist nicht durch Wahlen an die Macht gekommen. Aber ohne die rasanten Wahlerfolge der NSDAP, die ihren Stimmenanteil von 2,6 Prozent im Jahr 1928 auf 37,4 Prozent im Juli beziehungsweise 33,1 Prozent im November 1932 steigern konnte, hätte Reichspräsident Hindenburg den Führer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei nicht am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt. Keiner anderen deutschen Partei zuvor oder danach ist es in so kurzer Zeit gelungen, von einer unbedeutenden Splitterpartei zu der mit Abstand stärksten Parlamentspartei aufzusteigen.

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