Lage der Rohingya : Erdogan, Beschützer der Muslime

Wie kaum ein anderer Staatschef setzt sich Erdogan persönlich für die verfolgten Rohingya in Burma ein. Damit will die Türkei ihren moralischen Führungsanspruch in der muslimischen Welt demonstrieren.
Die Türkei will eine muslimisch-moralische Führungsmacht sein, und sie hat inzwischen auch die Instrumente, um diesen Anspruch zu demonstrieren. Besonders deutlich zeigt sich das dieser Tage in Südostasien. Kein Staat hat die jüngste Welle von Gewalttaten gegen die muslimische Minderheit der Rohingya in Burma früher und deutlicher kritisiert als die Türkei. Als der wahlkämpfende deutsche Außenminister Sigmar Gabriel in einer Stellungnahme seine „große Sorge“ um die Ereignisse in Burma ausdrückte, hatten der türkische Staatspräsident Tayyip Erdogan, sein ausführender Regierungschef Binali Yildirim sowie Außenminister Mevlüt Cavusoglu das Wüten buddhistischer Extremisten und staatlicher Sicherheitskräfte gegen die Rohingya schon dutzendfach öffentlich verdammt. Cavusoglu sowie Emine und Bilal Erdogan (die Ehefrau und der jüngste Sohn des Staatspräsidenten), reisten vergangene Woche nach Bangladesch, wohin zehntausende oder sogar hunderttausende Rohingya vor der Gewalt in ihrer Heimat geflohen sind. Für Emine Erdogan war es schon der zweite Besuch bei den Rohingya. Sie hatte 2012 als Begleitung des damaligen türkischen Außenministers Burma und sogar die für Ausländer kaum zugängliche Region Arakan besucht, wo die Bevölkerungsgruppe der Rohingya lebt.





