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Der Freund ist der schlimmste Feind

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Der damalige EU-Parlamentspräsident und heutige SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz mit Gerhard Schröder bei einer Buchvorstellung im Februar 2014 in Berlin
Der damalige EU-Parlamentspräsident und heutige SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz mit Gerhard Schröder bei einer Buchvorstellung im Februar 2014 in Berlindpa

Die Verbindungen des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder nach Russland könnten der SPD im Wahlkampf schaden. Unterdessen hofft Frauke Petry, dass heute ihre Immunität aufgehoben wird. Und Angela Merkel kann sich freuen, dass ein Buch nicht erscheint.

Es gehört zu den Ärgernissen jeder Partei, wenn die eigenen Leute querschießen – und zu den Eigenheiten des politischen Betriebs, dass das im Wahlkampf recht zuverlässig der Fall ist. So muss sich die SPD derzeit mit ihrem ehemaligen Bundeskanzler herumschlagen: Vor knapp zwei Monaten lud sie Gerhard Schröder noch als Mutmacher zum Parteitag, der Jubel war groß. Jetzt allerdings sorgt seine offizielle Nominierung zum Kandidaten für den Rosneft-Aufsichtsrat für Empörung. Seit 2005 ist Schröder Vorsitzender des Aktionärsausschusses beim mehrheitlich russischen Betreiber der Ostsee-Gas-Pipeline Nord Stream, schon seit Kanzlerzeiten ist er Kremlchef Putin freundschaftlich verbunden. Nun also ein möglicher Posten beim größten russischen Ölkonzern. Empörung in der Öffentlichkeit, Freude beim politischen Gegner, die SPD rückt vorsichtig ab, die Union legt nach, Wahlkampf ist Wahlkampf. Wie groß die Belastung durch Schröder für die SPD ist, haben meine Kollegen Eckart Lohse und Markus Wehner hier aufgeschrieben. Da bleibt nur, stur im Programm weiterzumachen. Heute Nachmittag präsentiert die SPD weitere Wahlkampf-Plakate und Fernsehspots, am Abend wird sich Kanzlerkandidat Schulz im Phoenix Forum der Frage stellen, wie es denn so weitergeht mit den Sozialdemokraten. Frei nach dem Motto: Vorbei ist es erst, wenn es vorbei ist.

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