Die CSU vor der Kreuth-Klausur : Die christsoziale Dialektik

Die AfD und die Pegida-Proteste lassen die Urangst der CSU wieder aufleben, rechts von ihr könnte sich eine Partei dauerhaft etablieren. In der Flüchtlingspolitik macht sie sich nun zunutze, zu jeder These auch die Antithese im Angebot zu haben.
Einen ruhigen Jahresauftakt dürfte das Mobiltelefon von Horst Seehofer erleben. Der CSU-Vorsitzende verschickt gerne SMS, wenn er den Eindruck hat, Mitstreiter ließen es am nötigen Biss fehlen, um die Partei in den Schlagzeilen zu bringen. In diesen Tagen kann er zufrieden sein: Die CSU-Bundestagsabgeordneten treffen sich erst Mitte nächster Woche in Wildbad Kreuth, doch sie platzieren schon eifrig die Beschlussvorlagen auf dem Marktplatz der öffentlichen Aufmerksamkeit. Schnellere Asylverfahren, bessere Integration von Flüchtlingen, mehr Geld für die Bundeswehr, unternehmensförderliche Erbschaftssteuer – die CSU strengt sich mächtig an, den Verdacht zu widerlegen, sie sei eine bloße Regionalpartei, deren Ehrgeiz sich in Zuschüssen für die bayerischen Bauern erschöpft.





