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AfD und deutsche Kolonialzeit : Danke für die Unterdrückung!

Klare Herrschaftsverhältnisse: Der kaiserliche Kolonialbeamte Dr. Gruner ist Anfang des vergangenen Jahrhunderts in Togo mit einigen Trägern unterwegs, um Vermessungsarbeiten durchzuführen. Bild: SZ Photo

Die Deutschen müssen sich für ihre Kolonialzeit nicht entschuldigen, findet die AfD-Fraktion. Und lädt einen revisionistischen amerikanischen Professor in den Bundestag, der erklären soll, wieso der deutsche Kolonialismus für Länder wie Tansania, Kamerun oder Togo eigentlich nur Vorteile hatte.

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          Die deutsche Kolonialzeit in Afrika ist eine Geschichte voller Grausamkeit, Rassismus und rücksichtsloser Erniedrigung durch die Kolonialherren – doch die AfD-Fraktion im Bundestag hat mit diesem Kapitel der deutschen Geschichte offenkundig keine Probleme. Im Gegenteil: Sie hat einen revisionistischen amerikanischen Politikprofessor „auf ein Glas Wein in der Vorweihnachtszeit“ in den Bundestag geladen, um zu referieren, „warum die kurze deutsche Kolonialgeschichte ein Vorteil für Länder wie Tansania, Kamerun und Togo war, der bis heute nachhallt“.

          Oliver Georgi
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Die Bilanz des deutschen Kolonialismus. Warum sich die Deutschen nicht für die Kolonialzeit entschuldigen müssen und erst recht nicht dafür bezahlen müssen!“ ist der Vortrag von Professor Bruce Gilley untertitelt, der am 11. Dezember im AfD-Fraktionssaal stattfinden soll und zu dem die Partei „alle MdBs, Referenten, Mitarbeiter und Presse“ einlädt. Veranstalter sind die Abgeordneten Petr Bystron, AfD-Obmann im Auswärtigen Ausschuss, und Markus Frohnmaier, Entwicklungspolitischer Sprecher der AfD. Bystron hat wiederholt seine Sympathie für die rechte „Identitäre Bewegung“ bekundet und wurde deshalb eine Zeit lang vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtet.

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