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Kampf gegen IS : Irak beginnt Großoffensive gegen Islamischen Staat

  • -Aktualisiert am

Irakische Truppen rücken auf Takrit vor. Bild: AFP

Die irakische Armee schlägt zurück: Mit rund 27.000 Soldaten und tausenden Milizionären soll Takrit, die Geburtsstadt Saddam Husseins, dem Islamischen Staat entrissen werden. Die Militäroperation gilt als Test für das weitere Vorgehen gegen den IS.

          Die irakische Regierung hat 27.000 Soldaten in die Provinz Salaheddin geschickt, um die Hauptstadt Takrit wieder einzunehmen. Am Montag  setzte die Armee die am Wochenende begonnenen Angriffe auf Außenbezirke der Geburtsstadt des 2003 gestürzten Diktators Saddam Hussein fort.

          Unterstützt  wird die gegen den „Islamischen Staat“ (IS) gerichtete Operation von tausenden Angehörigen schiitischer Milizen, denen in den vergangenen Monaten schwere  Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen worden waren. „Wir sind stolz auf die Zusammenarbeit zwischen Sicherheitskräften, paramilitärischen Einheiten und Stämmen dieser Gegend“, sagte der irakische Ministerpräsident Haidar al Abadi  in der Nacht zum Montag. Die „Tyrannei der Terroristen“ müsse beendet werden.

          Erfolge im Gebiet um Kobane

          Auch im Norden Syriens war der IS nach Berichten von Menschenrechtsorganisationen zuletzt in die Defensive geraten. So rückten Einheiten der kurdischen Selbstverteidigungseinheiten (YPG) am Wochenende an die syrische Protohauptstadt der sunnitischen Terrorgruppe, Raqqa, heran. Auch das am Westufer des Euphrats gelegene Jarabalus sei mittlerweile in Reichweite der syrisch-kurdischen Einheiten, die von Kräften der Freien Syrischen Armee (FSA)  unterstützt werden.

          Schiitische Freiwillige, die mit der irakischen Armee zusammenarbeiten, am Samstag nahe Takrit. Bilderstrecke

          Seit der Rückeroberung der Grenzstadt Kobane durch kurdische Kämpfer im Januar ist der IS aus hunderten syrischen Dörfern zurückgedrängt worden. Abadis Regierung in Bagdad hingegen ist es trotz mehrerer Versuche bislang nicht gelungen, Takrit zurückzuerobern, das 170 Kilometer nördlich von Bagdad auf der strategisch wichtigen Verbindungsstraße zwischen der Hauptstadt und Mossul liegt. Die Millionenstadt am Tigris war im vergangenen Juni wie Takrit  in die Hände des IS gefallen.

          Takrit als Testlauf für Mossul

          Der Kampf um Takrit gilt unter Militärexperten in Washington und Bagdad als Testlauf für die im Frühjahr geplante Einnahme  Mossuls. Kurdische Peschmerga-Soldaten und eine Allianz aus Stammeskämpfern sollen amerikanischen Plänen nach die Hauptlast bei der Rückerlangung der von  IS-Führer Abu Bakr al Bagdadi gehaltenen Hauptstadt der Provinz Ninive  tragen.

          Anders als in der Provinz Diyala nördlich von Bagdad und im Süden Ninives, wo es schiitischen Milizen gelungen ist, Gemeinden zurückzuerobern, gilt eine Beteiligung von Iran unterstützter Verbände beim Vormarsch auf Mossul jedoch als riskant: Die mehrheitlich sunnitische Bevölkerung der Stadt könnte das als neue Besatzung werten. Mehr als 2000 schiitische Milizionäre und rund 5000 Angehörige der Gruppe Hashid Shaabi sollen nach Angaben des Gouverneurs von Salaheddin an der am  Sonntag begonnen Operation beteiligt sein.

          Es ist die größte Operation seit dem Siegeszug des „Islamischen Staats“ im vergangenen Sommer. IS-Kämpfern war es im Februar zudem gelungen, die in der Nähe des Militärstützpunkts al Asad gelegene Gemeinde al Bagdadi in der westirakischen Provinz Anbar einzunehmen. Nur durch den Einsatz amerikanischer Militärhubschrauber konnte die Eroberung der  Armeebasis al Asad verhindert werden, in der amerikanische Streitkräfte  irakische Soldaten ausbilden.

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