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Gefechte im Osten Kongos : Der lange Schatten des Völkermords

Feiernde Menschen beim Transport des getöteten Soldaten zurück nach Goma am 17. Juni Bild: AFP

Kongo und Ruanda bezichtigen sich gegenseitiger Angriffe und der Unterstützung von Rebellengruppen. Die Konflikte sind auch eine Folge des Völkermords in Ruanda vor 28 Jahren.

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          Der Osten Kongos ist wieder einmal Schauplatz militärischer Gefechte an der Grenze zu Ruanda. Wie Nachrichtenagenturen berichteten, ist es einer bekannten Rebellengruppe Anfang vergangener Woche gelungen, die Grenzstadt Bunagana zu übernehmen. Die Stadt ist ein wichtiger Standort für Hilfsorganisationen und die Friedensmission der Vereinten Nationen in Kongo, Monusco. Außerdem liegt sie Luftlinie nur 60 Kilometer von der Provinzhauptstadt Goma in Nord-Kivu entfernt. Angriffe wurden zuvor auch an anderen Orten gemeldet. Ende der vergangenen Woche schloss Kongo die Grenze zu Ruanda, nachdem sich die Spannungen zwischen beiden Ländern seit geraumer Zeit verschärft haben. Ein kongolesischer Soldat war kurz zuvor nahe der Grenze auf ruandischem Gebiet von der dortigen Polizei erschossen worden.

          Claudia Bröll
          Politische Korrespondentin für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Die Regierungen von Kongo und Ruanda beschuldigen sich seit einigen Wochen gegenseitiger Angriffe und der Unterstützung von Rebellengruppen. Wie die Vereinten Nationen Ende Mai mitteilten, haben die jüngsten Unruhen Zehntausende Menschen vertrieben, mehrere Tausend flüchteten in das Nachbarland Uganda. Seit November vergangenen Jahres hätten mehr als 170.000 Menschen ihre Bleibe verlassen müssen, viele von ihnen mehrmals.

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