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Nach Absage Allens : Nato wartet auf neuen Oberkommandeur

  • Aktualisiert am

Zieht seine Kandidatur zurück: General John Allen Bild: dpa

Der in die Affäre um den ehemaligen CIA-Chef Petraeus verwickelte amerikanische General John Allen hat seine Kandidatur für den Posten des neuen Europa-Oberkommandeur der Nato „aus familiären Gründen“ zurückgezogen. Die Nato wartet nun auf einen neuen Vorschlag Amerikas für die mögliche Besetzung.

          Nach der Absage des amerikanischen Generals John Allen wartet die Nato gespannt auf einen Vorschlag für einen neuen Europa-Oberkommandeur. Knapp zwei Tage vor einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister am Donnerstag in Brüssel hatte der amerikanische Präsident Barack Obama am Dienstag mitgeteilt, Allen ziehe seine Kandidatur „aus gesundheitlichen Gründen innerhalb seiner Familie“ zurück.

          Eine Nato-Sprecherin sagte, über die Person des Oberkommandeurs entschieden die Vereinigten Staaten. Sie machten dann den 27 anderen Verbündeten einen entsprechenden Vorschlag: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Oberkommandeur, sobald er ernannt worden ist.“ Allen habe als Kommandeur der Afghanistan-Schutztruppe Isaf „große Führungskraft“ gezeigt. Der General hatte der „Washington Post“ gesagt, er wolle seiner Frau im Kampf gegen mehrere chronische Krankheiten beistehen.

          Angeblich tausende „unangemessener“ E-Mails

          Nach dem Rücktritt des CIA-Chefs David Petraeus wegen einer Liebesaffäre mit seiner Biografin hatte es geheißen, auch Allen habe Tausende von „unangemessenen“ E-Mails an eine Freundin von Petraeus geschrieben. In der Bewerbung um den Nato-Posten drohte die E-Mail-Affäre Allen wieder einzuholen. In einem Bestätigungsverfahren im amerikanischen Senat hätte die Opposition die Mails wieder zum Thema machen können. Der Sender NBC berichtete in der vergangenen Woche, dass der 59 Jahre alte Allen möglicherweise seiner Familie die damit verbundene Berichterstattung ersparen wolle.

          Das Verteidigungsministerium war seinerzeit zu dem Schluss gekommen, dass sich Allen nicht standeswidrig verhalten habe. Nato-Diplomaten sagten, es gebe bisher keinerlei Hinweise darauf, wen die Vereinigten Staaten nun als künftigen Oberkommandeur vorschlagen wollten. Der militärische Spitzenposten wird seit Gründung des Bündnisses 1949 stets durch einen amerikanischen Offizier besetzt, der Generalsekretär der Nato ist immer ein Europäer. „Wir respektieren General Allens Entscheidung voll und ganz“, sagte die Sprecherin.

          Bis zur Ernennung eines neuen Oberkommandeurs im militärischen Hauptquartier in Mons  in Belgien bleibe der bisherige oberste Offizier des Bündnisses, Admiral James Stavridis, im Amt. Er mache „einen großartigen Job“. Die Nato-Verteidigungsminister hatten Allens Nominierung bereits im Oktober vergangenen Jahres unter dem Vorbehalt seiner Bestätigung durch den amerikanischen Senat zugestimmt.

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