Politischer Aschermittwoch : Wenn die Welt ein Bierzelt wär

Beim politischen Aschermittwoch läuft Edmund Stoiber zu alter Form auf. Auch Peer Steinbrück beherrscht das Genre der Volkstümlichkeit.
Am politischen Aschermittwoch ist in Niederbayern, der Heimat dieses Unterhaltungsgenres, erbittert um das knappe Gut der öffentlichen Aufmerksamkeit gefochten worden. Die CSU stemmte sich mit allen verfügbaren Kräften gegen die Konkurrenz der anderen Parteien, mit Edmund Stoiber als Sturmspitze. Er war – entgegen der gewohnten Dramaturgie der Macht – der Hauptredner, auch wenn der Parteivorsitzende Horst Seehofer nach ihm sprach. Dem rhetorischen Furor des Pensionärs Stoiber hatte Seehofer, stimmlich durch eine Erkältung angeschlagen, wenig entgegenzusetzen. Stoiber blieb es in der Dreiländerhalle in Passau vorbehalten, die Urheberrechte seiner Partei am politischen Aschermittwoch zu reklamieren; er erklärte die CSU kurzerhand zur „Aschermittwochspartei“.





