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Ostafrika-Kommentar : Gründe

Nicht nur der Bürgerkrieg in Somalia und das daraus entstandenen Flüchtlingsproblem in Kenia führte zur Hungersnot in Ostafrika. Die Zusammenhänge sind weit komplexer - und verdichten sich letztlich auf tragische Weise zur Binsenweisheit.

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          Wahr und doch nicht ganz wahr: Nur mit Frieden in Somalia könne das Flüchtlingsproblem in Kenia gelöst werden, sagt Entwicklungsminister Niebel. Wahr ist, dass der Bürgerkrieg in dem Nicht-Staat zur Vertreibung der Bevölkerung beigetragen hat. Fällt dieser Grund weg, gibt es diesen Druck zur Migration nicht. Aber wie kommt man dahin? Die radikal-islamische Shabaab-Miliz ist ja nicht aus Friedensliebe aus Mogadischu abgezogen, sondern weil die Soldaten der Afrikanischen Union ihr Feuer unter dem Hintern gemacht haben.

          Ohne die militärische Präsenz der AU würde die Miliz noch immer ihr Unwesen treiben. Das ist noch keine Lösung, weist aber zum nächsten Schritt: Die Präsenz muss ausgeweitet werden als Voraussetzung für den Aufbau staatlicher Strukturen. Aber selbst das beseitigte nur eine Ursache der Hungersnot in Ostafrika. Zu der haben hohe Nahrungsmittelpreise beigetragen. Die sind auch deshalb hoch, weil Asiaten mehr Fleisch essen und weil im Westen mehr Biokraftstoff nachgefragt wird. So bewahrheitet sich die Binse auf tragische Weise: Alles hängt mit allem zusammen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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