Piratenpartei : Jung, männlich, gottlos

Mit maskulinem Charme: Die Wähler der Piratenpartei lassen sich nicht auf einer Links-Rechts-Skala verorten, sind aber dennoch klar zuzuordnen. Wie einst die Wähler der Grünen.
Im September 2011 wurde in zwei Ländern ein neues Parlament gewählt, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Am 4. September war Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, nach Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung das Schlusslicht unter den neuen Ländern, zwei Wochen später wurde in Berlin gewählt, der größten unter den deutschen Großstädten. Schon mit der Veröffentlichung der Prognosen um 18 Uhr war jeweils klar, dass die FDP in beiden Ländern an der Fünf-Prozent-Klausel gescheitert war. Ansonsten nahm es nicht weiter wunder, dass die Wahlbürger in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin reichlich unterschiedliche Vorlieben hatten - vor allem hinsichtlich der Piratenpartei. In Berlin übertrafen die Piraten mit 130 000 Zweitstimmen und einem Anteil von 8,9 Prozent die kühnsten Erwartungen. Im Nordosten waren auf die Piraten gerade einmal 12 700 Zweitstimmen entfallen. Mit einem Stimmenanteil von 1,9 Prozent gingen die Piraten in der Sammelkategorie „Sonstige“ unter.





