NSA-Untersuchungsausschuss : Ausspionieren geht immer noch nicht

Der Auftritt Angela Merkels vor dem NSA-Ausschuss brachte wenig Neues, aber auch keine Widersprüche. Die Kanzlerin bleibt bei ihrem Satz, der längst zum geflügelten Wort geworden ist.
Das Leben steckt voller Zwänge. Für Bundeskanzlerinnen gilt das noch mehr als für Nicht-Bundeskanzlerinnen. Weil Angela Merkel in die erste Kategorie gehört, muss sie ihre Kräfte so einteilen, dass sie für die größten Herausforderungen die meiste Energie hat und bei kleineren Herausforderungen nur das unbedingt erforderliche Maß verbraucht. Am Donnerstag hielt Merkels Zeitplan einen besonders zeitaufwändigen Zwang für sie bereit. Sie musste von 11.30 Uhr an über Stunden den Mitgliedern jenes Untersuchungsausschusses Rede und Antwort stehen, die sich seit drei Jahren mit den Spionageaktivitäten des amerikanischen Geheimdienstes NSA beschäftigen. Merkel wollte offenkundig ihre Kräfte dort schonen, wo es ohne inhaltlichen Verlust vertretbar erschien. Kurz nach 13 Uhr begann sie damit, manche Frage der Abgeordneten nicht mehr mit „nein“ zu beantworten, sondern nur noch mit „nö“. Immerhin: ein Buchstabe gespart.





