Nationalsozialismus : Ein Klimawandel in der Erinnerungspolitik

Achtzig Jahre nach dem Ende der Schreckensherrschaft der Nazis ist das Erinnern politisch unter Druck geraten. Ein Besuch bei Menschen, die gegen das Vergessen anarbeiten.
Vielleicht ist Görlitz, die östlichste Stadt Deutschlands, am ehesten eine Mahnung: jahrhundertealte Wohnbauten, mit vier oder fünf Etagen und Ladengeschäft im Erdgeschoss, restaurierte Fassaden in unterschiedlichen Farben, die sich aneinanderreihen, davor kopfsteingepflasterte Sträßchen. Es ist ein kalter Wintermorgen, die Innenstadt liegt ruhig da, die Konturen der Gebäude zeichnen sich scharf gegen die weißgraue Himmelstristesse ab. So oder so ähnlich könnte es an vielen Orten in Deutschland aussehen – hätte dieses Land, hätten die Deutschen nicht den Zweiten Weltkrieg vom Zaun gebrochen. Görlitz, eine Blaupause im Präteritum.


