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NSA-Ausschuss : Assange bietet sich als Informant an

  • Aktualisiert am

Wikileaks-Gründer Julian Assange sitzt seit drei Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London fest Bild: AFP

Der Wikileaks-Sprecher schlägt vor, dass Abgeordnete ihn gerne in London befragen könnten. Zudem bietet er ihnen ein interessantes Dokument an - ungeschwärzt.

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          Wikileaks-Chef Julian Assange hat sich den Abgeordneten des NSA-Untersuchungsausschusses des Bundestags als Informant angeboten. „Ich würde mich freuen, wenn die Abgeordneten zu mir kämen, um ihre Fragen zu stellen“, sagte der Gründer der Internet-Enthüllungsplattform laut Vorabmeldung vom Freitag dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Er würde diesen die unlängst von Wikileaks veröffentlichte Listen von abgehörten deutschen Beamten und Politikern auch ungeschwärzt übergeben, ergänzte er.

          Die Enthüllungsplattform hatte vor kurzem gemeldet, dass sie Spionageziel-Listen des amerikanischen Geheimdienstes NSA besitzt, die Langzeitüberwachung von 125 Telefonnummern diverser deutscher Spitzenpolitiker und -beamter belegten. Zu den betroffenen Anschlüssen gehörten demnach unter anderem Büro- und Mobilfunknummern von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die Durchwahlen enger Berater der Kanzlerin sowie von Fachleuten aus anderen Ministerien.

          Parallel dazu veröffentlichte Wikileaks mehrere streng geheime Zusammenfassungen von Konversationen Merkels und ihrer Berater aus 2009 und 2011, die der Enthüllungsplattform zufolge die NSA verfasste. Wikileaks hatte in den vergangenen Monaten wiederholt Dokumente zu Spähaktionen der NSA gegen europäische Politiker veröffentlicht. Diese hatten für erhebliche Unruhe gesorgt, die Bundesregierung bat jüngst den amerikanischen Botschafter zum „Gespräch“. Die Bundestags-Opposition, aber auch Teile der SPD forderten härtere Reaktionen.

          Der Australier Assange hält sich seit mehr als drei Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London auf, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Dort wird wegen Vergewaltigung gegen ihn ermittelt. Assange weist die Vorwürfe als politisch motiviert zurück und befürchtet von Schweden in die Vereinigten Staaten ausgeliefert zu werden. Dort droht ihm ein Prozess wegen Geheimnisverrats.

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