Wahlen in der Türkei : Wie sehr braucht Deutschland Erdogan?

Berlin schaut mit Neugier auf die Wahlen in der Türkei, weil es großes Interesse an dem Flüchtlingsabkommen mit Ankara hat. Doch kann Erdogan überhaupt helfen?
Diesmal ist es relativ ruhig geblieben. Anders als vor dem Verfassungsreferendum im April 2017, als der türkische Staatspräsident Tayyip Erdogan und seine Getreuen mit Hetze gegen vermeintliche „Nazi-Methoden“ in Deutschland auf Stimmenfang gingen, spielten solche Bezichtigungen in der Kampagne vor der Präsidenten- und Parlamentswahl in der Türkei am Sonntag keine Rolle. Hätten sich die Nationalspieler Ilkay Gündogan und Mesut Özil nicht mit Erdogan fotografieren lassen, hätte es in diesen Wochen wahrscheinlich überhaupt keine öffentlichkeitswirksame deutsch-türkische Irritation gegeben. Die Machthaber in Ankara haben derzeit offenkundig kein Interesse an einer Verschlechterung des Verhältnisses zu Deutschland. Doch wird das auch so bleiben? Welche Folgen hat die Wahl in der Türkei zum Beispiel für das Flüchtlingsabkommen mit der EU – und damit auch für Deutschland und die angeschlagene Kanzlerin?





