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Südamerikas neue rote Welle? : Sehnsucht nach den linken Ikonen

Ungebrochen: Luiz Inacio Lula da Silva will es noch einmal wissen. Bild: AFP

Lula, Morales, Kirchner und Co. – Südamerikas Linke klammert sich immer noch an ihre alten Führungsfiguren. Warum macht sie sich so abhängig von ihnen – und ihren Konzepten von gestern?

          4 Min.

          Sein Schatten ist gewaltig. Als Luiz Inácio Lula da Silva vor zehn Jahren aus dem Amt schied, hinterließ Brasiliens damaliger Präsident ein Land, das endlich angekommen schien. Zwanzig Millionen Arme waren in eine bescheidene Mittelschicht aufgestiegen, und es sollte nicht mehr lange dauern, bis Brasilien zur sechstgrößten Wirtschaftsnation der Welt anwachsen und Fußball-WM und Olympische Sommerspiele austragen würde.

          Tjerk Brühwiller
          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Doch es kam anders. Die Wirtschaft brach ein, Proteste prägten das Image Brasiliens, und ein Korruptionsskandal beispiellosen Ausmaßes erschütterte das Land und einen ganzen Kontinent. Nutznießer des politischen Vakuums war der bis dahin wenig bekannte Rechtspopulist Jair Bolsonaro. Und Brasiliens Linke? Die sehnt sich nach wie vor zurück nach Lula – wie so viele linke Parteien in der Region ihren einstigen Führungsfiguren nachtrauern.

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