Russische Geheimagenten : Sie ahnte nicht, dass ihr Freund ein Spion ist

Über Jahre führten etliche russische Geheimagenten in Südamerika ein Doppelleben. Sie reisten bis nach Europa. Dann flog einer nach dem anderen auf.
Victor Muller Ferreira stand kurz vor seinem ersten Durchbruch, als sein Kartenhaus zusammenfiel. Der Brasilianer mit einem Abschluss von der Johns-Hopkins-Universität im amerikanischen Baltimore hatte eine Praktikumsstelle beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag erhalten. Doch als Ferreira im April 2022 in Amsterdam ankam, verweigerten die niederländischen Behörden ihm die Einreise und schickten ihn nach Brasilien zurück. Zur selben Zeit erhielt die brasilianische Bundespolizei eine Warnung vom amerikanischen Geheimdienst CIA, dass es sich bei Ferreira nicht um einen Brasilianer, sondern um einen russischen Geheimagenten namens Sergej Tscherkassow handle. Den brasilianischen Behörden blieb keine Zeit, um den Spion am Flughafen abzufangen. Stattdessen überwachten sie ihn nach seiner Rückkehr. Als der Haftbefehl vorlag, nahmen sie Tscherkassow wegen des Vorwurfs der Dokumentenfälschung fest.
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