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Papst nominiert neue Kardinäle : Aus dem gleichen Holz wie Franziskus

Sorgt sich um die Nachfolge: Papst Franziskus hält das Angelus-Mittagsgebet aus dem Fenster seines Arbeitszimmers auf dem Petersplatz. Bild: dpa

Papst Franziskus stellt die Weichen für einen Nachfolger in seinem Sinne. Mit der Auswahl der 13 neuen Kardinäle stärkt er die Weltkirche gegen die Zentrale der Kurie in Rom.

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          Was Papst Franziskus zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gesagt hat, löste in den vergangenen Tagen erheblichen Wirbel aus. Dabei ist die jüngst in einem Film dokumentierte Ansicht des Papstes seit langem bekannt. Bei privaten Begegnungen und in Äußerungen vor der Presse hat sich Franziskus immer wieder für die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben ausgesprochen. Doch die harschen Formulierungen im Katechismus will er nicht antasten: Danach sind „homosexuelle Handlungen in sich nicht in Ordnung“ und „in keinem Fall zu billigen“, weil sie „gegen das natürliche Gesetz verstoßen“.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Wichtiger als diese oder jene persönliche Äußerung des Papstes zur Homosexualität, die ohne institutionelle Auswirkungen in der Weltkirche geblieben sind, ist seine Ankündigung vom Sonntag, beim Konsistorium vom 28. November 13 Geistliche in den Kardinalsstand zu erheben. Die Auswahl der Bischöfe und Priester aus Chile, Mexiko und den Philippinen, aus Ruanda, Brunei und den Vereinigten Staaten, schließlich aus Malta und Italien zeigt den Willen des Papstes aus Argentinien, im Kardinalskollegium das Gewicht der „Ränder“ gegenüber dem „Zentrum“, der etablierten Macht in der Kurie, abermals zu erhöhen.

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