Frankreich und Ruanda : Getrübtes Gedenken

Zwanzig Jahre nach dem Genozid in Ruanda sind die alten Gräben zwischen Kigali und Paris wieder aufgerissen. Es geht um Frankreichs Rolle in Afrika – damals und heute.
Frankreich wollte in Würde der Opfer des Völkermords vor 20 Jahren in Ruanda gedenken. Doch dann kam alles anders. Justizministerin Christiane Taubira, die sich als Kritikerin französischer Kolonialverbrechen einen Namen gemacht hat, sagte ihre Reise in die ruandische Hauptstadt kurzfristig ab. Der französische Botschafter in Kigali wurde im Gegenzug zur persona non grata erklärt, seine Einladung zu der offiziellen Gedenkfeier am Montag zurückgezogen. „Nicht einmal einen Kranz für die Opfer“ habe er niederlegen dürfen, beklagte sich Botschafter Michel Flesch.


