Anschlag in Berlin : Unsere Fähigkeit zu trauern

Deutschland ringt um den richtigen Umgang mit den Opfern des Berliner Anschlags. Klug ist, dass kein Standard des Gedenkens geschaffen wird.
Schätzungsweise 15 Zentimeter hoch ist der Papierstapel und so schwer, dass es knallt, als Pfarrer Martin Germer ihn auf dem großen Tisch im Untergeschoss der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ablegt. Knapp 600 Seiten hat er zuletzt gezählt, aber das ist schon zwei Wochen her. Die Blätter haben ein ungewöhnliches Format, hoch und schlank. Feierlich wirkt das, so wie die dazugehörigen Mappen aus schwarzem, mit Goldrand versehenem Strukturleder, die in der Kirche ausgelegen haben, damit die Menschen ihre Anteilnahme mit den Opfern des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt am Fuß der versehrten Kirche zum Ausdruck bringen konnten.


