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Frank Strauß : Stürmer mit Bodenhaftung

Schon während seiner Zeit als aktiver Eishockeyspieler schloss Frank Strauß bei der Deutschen Bank seine Lehre ab. Danach ging es über erste Führungsaufgaben immer höher auf der Karriereleiter Bild: dpa

Der ehemalige Eishockeyspieler Frank Strauß wird neuer Vorstandschef der Postbank. Nachdem er eine Lehre bei der Deutschen Bank absolviert hat, haben ihm unter anderem Teamspirit zu einer steilen Karriere verholfen.

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          In der Internet-Enzyklopädie Wikipedia gibt es über den künftigen Vorstandsvorsitzenden der Postbank schon einen Eintrag: Doch an erster Stelle führt Wikipedia zu Frank Strauß zunächst dessen Statistik als Eishockeyspieler auf. Im Zeitraum von 1989 bis 1998 absolvierte der gebürtige Iserlohner 303 Spiele in der zweithöchsten deutschen Eishockeyliga - zunächst für seinen Heimatverein ECD Sauerland Iserlohn, später für den ERC Westfalen Dortmund und zum Abschluss für den hessischen Traditionsverein EC Bad Nauheim.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Für den heute 42 Jahre alten Strauß war aber im Alter von 28 Jahren Schluss mit der Eishockeykarriere, die der Stürmer mit 67 Toren und 129 Torvorlagen abschloss. Dafür startete er bei der Deutschen Bank durch.

          Über eine Lehre zu weiteren Stationen bei der Deutschen Bank

          Schon während seiner Zeit als aktiver Eishockeyspieler schloss er bei der Deutschen Bank in Iserlohn seine Lehre ab. Danach begann er als Berater für Privat- und Geschäftskunden. Weitere Stationen waren Bonn und Frankfurt, wo er unter anderem Führungsaufgaben im Vertrieb und in der Wertpapierberatung übernahm. Zwischen 2003 und 2005 sammelte Strauß dann die für eine Karriere in der Deutschen Bank so wichtige Auslandserfahrung. Er ging nach Mumbai in Indien, von wo er aus das Privatkundengeschäft von Deutschlands größter Bank in Indien, Vietnam und China aufbaute.

          Im Jahr 2006 erfolgte der Ruf der Frankfurter Zentrale. Strauß wurde Vorstandsmitglied der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG, in der das Filialgeschäft gebündelt ist. Er wurde zu einem der engsten Vertrauen von Privatkundenvorstand Rainer Neske. So verantwortete er zunächst die Integration der Berliner Bank und der Norisbank. Die in ihren Grundzügen im September 2008 vereinbarte und Ende 2010 vollzogene Übernahme der Postbank wurde für ihn dann zur nächsten Karrierestufe.

          Ehemaliger Mannschaftsspieler schaffte Synergieeffekte

          Strauß war von Anfang an für die Kooperationen zwischen Deutscher Bank und Postbank verantwortlich. Übernahmen scheitern oftmals in diesen Gesprächen, wenn es gilt, die Synergien aus dem Zusammenschluss zu heben. Doch der Mannschaftsspieler Strauß war für diese heikle Mission der Richtige. Denn im persönlichen Gespräch überzeugt er durch seine Bodenhaftung. Die Allüren, die man bei einem führenden Manager der Deutschen Bank vermuten könnte, sind ihm fremd. Diese Eigenschaften dürften ihm in den sensiblen Gesprächen mit den Postbank-Managern geholfen und ihm das nötige Vertrauen verschafft haben.

          Vom 1. Juli an wird er nun die Nachfolge von Stefan Jütte an der Postbank-Spitze antreten. In seiner Funktion als Aufsichtratsvorsitzender der Postbank dankte Neske dem 65 Jahre alten Jütte, dass er das Institut im Kundengeschäft auf Kurs gehalten, die Auswirkungen der Finanzkrise begrenzt und die Integration in die Deutsche Bank mit hohem Engagement positiv begleitet habe. Jütte ist seit 2009 Vorstandsvorsitzender der Postbank.

          Ohne Universitätsstudium in den Vorstand

          Deren Vorstand gehört Strauß seit 1. Juli 2011 an. Als Vertriebsvorstand zeichnet er verantwortlich für das Geschäft mit Firmen- und Geschäftskunden, gewerbliche Immobilienkredite und den mobilen Vertrieb. Seine Berufung hatte schon Spekulationen ausgelöst, dass er Nachfolger von Jütte werde. In dieser Zeit hat Strauß Fingerspitzengefühl bewiesen und öffentliche Auftritte gemieden, um nicht den Eindruck zu erwecken, sich in den Vordergrund spielen zu wollen. Daneben ist er Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank Bauspar AG, der Postbank Finanzberatung AG und der Norisbank GmbH. Darüber hinaus gehört Strauß den für das Filialgeschäft verantwortlichen Führungsgremien der Deutschen Bank an, aber seit Juli 2011 nicht mehr dem Vorstand der Privat- und Geschäftskunden AG.

          Künftig kann Strauß innerhalb des Deutsche-Bank-Konzerns mit familiärer Unterstützung rechnen. Denn sein älterer Bruder, Thorsten Strauß (44 Jahre), wird am 1. Juni neuer Chef der Unternehmenskommunikation. Er hatte bis Mitte Oktober 2011 die Kommunikationsabteilung des Medienkonzerns Bertelsmann geleitet und war zusammen mit Vorstandschef Hartmut Ostrowski gegangen. Ungewöhnlich ist angesichts der Karriere der Brüder Strauß eine Gemeinsamkeit: Beide haben keine Universitätsstudium.

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